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„Instrument des Jahres“: Die Dorforgel von Schnufenhofen

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(pde) – „Ein ausdrucksstarker Sound auf Altpapier, Asche und Goldfolie“ – so beschreibt der Eichstätter Domorganist und Orgelsachverständige Martin Bernreuther den Klang der Orgel der Bonifatius-Kirche in Schnufenhofen. Er stellt sie in der Reihe „Orgel – Instrument des Jahres 2021“ vor.

Die kleine Ortschaft Schnufenhofen, im Jahr 1180 erstmals als „Snovinhovin“ in der berühmten mittelalterlichen Handschrift „Codex Falkensteinensis“ erwähnt, gehört zur Pfarrei Wissing im Oberpfälzer Jura. Mittelpunkt des Dorfes bildet die auf eine frühgotische Anlage mit markantem Turm zurückgehende katholische Filialkirche St. Bonifatius. Als besonderes Schmuckstück des Kirchenraums präsentiert sich die von Orgelbaumeister Claudius Winterhalter aus dem Schwarzwald im Jahr 2010 erbaute Brüstungsorgel. „Die glanzvollen Prospektpfeifen in bewegter Linienführung werden von einem sichelförmigen Schildbogen aus Altpapier, Asche und Goldfolie künstlerisch gekrönt“, erklärt Bernreuther. Obwohl nur mit einem Manual plus Pedal ausgestattet, biete das kleine Instrument „in intelligenter und anspruchsvoller Konzeption mit geteilten Schleifen zahllose musikalische Möglichkeiten.“ Die klangliche Ausrichtung der neun Register basiert nach den Worten des Orgelexperten „auf einem Fundament ausdrucksstarker Grundstimmen, einem charaktervollen Prinzipal, einer pfiffigen Flöte und zweier strahlender Klangkronen. Artikulations- und Spielfreude werden durch eine präzise und kurze Führung der mechanischen Traktur gewährleistet.“

Die „kleine aber feine“ Dorforgel bietet Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern viele Möglichkeiten. Wer auf spannende Experimente verzichten will, kann sich an die klassische einmanualige Literatur halten. Die Auswahl reicht von der Klaviermusik des Spätmittelalters und der Renaissance bis hin zu den Sonaten von Haydn und Mendelssohn oder auch kleineren Klavierstücken des 20. Jahrhunderts. Mit den neun Registern sind 511 Klangkombinationen möglich. Hinzu kommen zusätzliche Klangeffekte, wenn die 511 Kombinationen wiederum in verschiedenen Lagen gespielt beziehungsweise verschiedene Satztechniken angewandt werden. „Würde man jede mögliche Kombination nur eine Minute lang spielen, so hätten die Schnufenhofer einen reichlichen Arbeitstag lang zu tun, um ‚ihre Orgel‘ etwas näher kennen zu lernen“, schrieb Orgelbauer Winterhalter über sein erstes Werk in der Diözese Eichstätt.

Weitere Orgelvorstellungen in der Reihe „Orgeljahr 2021“ gibt es unter kirchenmusik.bistum-eichstaett.de.

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