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Firmlinge zeigen in der Münsterkrippe die Flucht nach Ägypten

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Mit Lichtmeß ist nun die Weihnachtszeit auch im Münster St. Johannes für dieses Kirchenjahr endgültig Geschichte. Nicht nur die Christbäume sind verschwunden, sondern auch die Heiligen Drei Könige und die Hirten haben die Bühne der Münsterkrippe verlassen. Aber weil die barocke Münsterkrippe eine Jahreskrippe mit monatlich wechselnden Darstellungen ist, gibt es natürlich auch im Februar eine neue Vorstellung zu sehen. Traditionell begibt sich unsere Heilige Familie im Februar auf die Flucht nach Ägypten.

Den Umbau haben dieses Jahr drei junge Firmbewerber der Pfarrei vorgenommen. Sarah Kürzinger, David Dorr und Conner Winkler sind im Januar in die letzte Runde für die Firmvorbereitung des Firmjahrgangs 2020 gestartet. Eigentlich sollten sie schon im Juli 2020 gefirmt werden. Wegen der Pandemie werden sie nun voraussichtlich im März 2021 die Firmung empfangen, wenn das möglich ist.

Die Firmlinge konnten die Pfarrei St. Johannes im Vorfeld in verschiedenen Bereichen kennenlernen. Sarah, David und Conner haben sich unter anderem dafür entschieden, hinter die Kulissen der Münsterkrippe zu schnuppern. Und ihre Hilfe war gerade bei diesem Umbau besonders willkommen.

Zu Weihnachten hatte sich fast das ganze Krippenvolk der Münsterkrippe auf der Bühne gedrängt. Deshalb gab es nun besonders viele Figuren und Dekorationen – von den duftenden Gaben der Könige bis zu den reschen Düring-Brezen zum Wegräumen. Und die neue Flucht-Szene gehört zu den kniffligsten im ganzen Krippenjahr. Denn die Jungfrau Maria flüchtet auf dem kleinen Krippenesel. Und weil sie sich nicht selbst festhalten kann, muss sie im Geheimen zuverlässig befestigt werden, damit sie auf dem weiten Weg nicht herunterfällt. Die Firmlinge haben das mit Geduld, Begeisterung und vereinten Kräften gut hinbekommen.

Die Fluchtszene hat spätestens seit dem Migrationsjahr 2015 auch in der Münsterkrippe eine besondere Bedeutung. Maria, Josef und Jesus teilten das gefährliche Schicksal immer noch mit vielen tausend Flüchtenden, wenn auch der Corona-Virus in den letzten Tagen die Bilder der Kinder und ihrer Familien aus den Nachrichten verdrängt hat, die aus Syrien oder Afrika fliehen.

Auch Josef aus Nazareth nahm auf Anraten des Engels nach dem Besuch der weisen Könige aus dem Morgenland das Kind und seine Mutter und brachte es in Sicherheit vor König Herodes. Mit einer ähnlichen Motivation sind seit 2015 viele tausend Eltern ebenfalls zum Teil mit kleinen Kindern unter Lebensgefahr nach Deutschland und auch nach Neumarkt gekommen.

Die Heilige Familie wird dabei vom Engel begleitet. In der Barocken Münsterkrippe tritt dieser Engel nicht mit Flügeln, sondern – wie im Barock üblich – als Herold in prunkvoller Kleidung auf. Er ist auch ohne Flügel an den roten Sandalen mit Gamaschen als Götterbote zu erkennen. Seine Kleidung ist im barocken Theater aus den römischen Offizierskostümen entstanden. Besonders der Brustpanzer, die Zaddelschürze und der kurze Rock sind typische Bestandteile.

Diese Szene ist nun bis Anfang März im Münster zu sehen. Die Anfänge der Krippe reichen bis ins Jahr 1622 zurück, als Jesuiten von Amberg kommend in Neumarkt wirkten. Dazu gehörten von Anfang an auch solche Krippenfiguren im “Jesuitenmaß”, also etwa einen Meter groß. Ungewohnt für den modernen Betrachter sei die Kleidung. In der barocken Kleiderordnung stand einem Fürsten solche Kleidung zu, wie sie zum Beispiel Josef trägt, denn er war “aus dem Hause und Geschlechte Davids.

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