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Zwei Leuchtturmbetriebe feiern 25-jährige bio-regionale Partnerschaft

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Im Jahr1997 haben das Kloster Plankstetten und das Riedenburger Brauhaus ein bio-regionales Kreislaufsystem ins Leben gerufen, bei der Ressourcen sinnvoll eingesetzt und Nebenprodukte weiterverwendet werden. Das Ergebnis sind vier Klosterbiere, die mit Plankstettener Getreide in Riedenburg gebraut werden. Anlässlich dieses 25-jährigen Jubiläums fand im Riedenburger Brauhaus eine Pressekonferenz statt, in der die Benediktinerabtei Plankstetten und die Bio-Brauerei über diese Zusammenarbeit informierten. Neben den Presse-, TV- und Radiovertretern sind auch Vertreter der regionalen Tourismusorganisationen gekommen. Im Fokus der Veranstaltung standen neben den Hintergründen der Kooperation die regionalen Kreislaufsysteme als Wirtschaftsmodelle der Zukunft.

Abt Beda Maria Sonnenberg OSB betonte die Relevanz der Verträge, die zwischen der Brauerei und der Abtei bestehen. „In einer Welt, die mehr als beweglich geworden ist, sind diese Verträge etwas ganz Wichtiges geworden, denn sie sorgen für Stabilität“, so der Abt. Die Auswirkungen der Coronapandemie, des Krieges in der Ukraine und die Blockade des Suezkanals zeigten beispielhaft die Bedeutung von Regionalität in Anbetracht einer globalisierten Welt. Der Welthandel wurde unterbrochen, Lieferengpässe entstanden und die Wirtschaft wurde lahmgelegt. „Regionalität ist mittlerweile eine Überlebensstrategie geworden. Deshalb ist unser Konzept, das wir 1997 ausgearbeitet haben, mehr als wegweisend und zukunftsträchtig.“

Frater Richard Schmidt OSB auf Plankstettener Getreidefeld – Fotograf: Fabian Helmich

Der Brauerei-Seniorchef Michael Krieger führte aus, welcher Antrieb hinter diesem einzigartigen Konzept steckte: Der damalige Abt Dr. Gregor Maria Hanke wollte ein Dinkelbier in der Tradition der alten Klosterbrauerei nach benediktinischen Regeln und den Lehren der Hildegard von Bingen brauen. Da die klostereigene Brauerei jedoch 1959 stillgelegt wurde, musste ein Partner eingebunden werden. Im benachbarten Riedenburg war dieser schnell gefunden, denn beide Unternehmen teilten dieselbe Philosophie, wenn es um Schöpfungsgläubigkeit und Naturschutz ging. „Wir wollten ein handwerklich hochwertiges Produkt herstellen, das außerdem nachhaltig sein soll“, erläuterte Krieger. Neben dem Dinkelbier kamen am 1. April 1997 zwei weitere Klosterbiere auf den Markt – das Plankstettener Spezial und das Pils, welches in den Folgejahren vom Plankstettener Dunklem abgelöst wurde. 2003 erfolgte eine Neuauflage des legendären Plankstettener Maibocks. Das Getreide wird bis heute vom landwirtschaftlichen Bio-Betrieb des Klosters bezogen.

Die Zusammenarbeit hat nicht nur die Geschäftsstruktur beeinflusst, sondern zu einer kompletten Neuausrichtung und einem Imagewandel der Brauerei geführt. Während das Unternehmen bis dahin als reine Weißbierbrauerei bekannt war, wurde von nun an mit weiteren Urgetreidesorten experimentiert. Neben Dinkel kamen auch Emmer und Einkorn zum Einsatz und es wurden Urgetreidebiere wie das Edelbier (Einkorn), das Ur-Bier (Fünfkorn) und das Emmerbier gebraut. Das Unternehmen hat sich so von der Weißbierbrauerei zur Spezialitätenbrauerei entwickelt – uns das mit einem Fokus auf Planungssicherheit und faire Rohstoffpreise.

Frater Richard Schmidt OSB mit Maximilian Krieger auf Plankstettener Getreidefeld – Fotograf: Fabian Helmich

Das transparente und faire Miteinander sieht Maximilian Krieger, der Geschäftsführer des Riedenburger Brauhauses, als großes Plus dieser Kooperation. Während konventionelle Brauereien den teils stark schwankenden Getreidepreisen ausgesetzt sind, sorgen hier Jahresverträge für einen verlässlichen Planungshorizont und stabile Preisen. Krieger, für den Nachhaltigkeit kein Trend, sondern eine Lebenshaltung ist, schätzt außerdem die kurzen Transportwege. „Nachhaltig ist es, wenn man Emissionen gar nicht erst entstehen lässt. Ich finde es bedenklich, dass fast die Hälfte des Braugetreides, das in Deutschland verbraut wird, aus dem Ausland importiert wird.“ Von Riedenburg nach Plankstetten sind es knapp 30 Kilometer. Die Mälzerei befindet sich ebenfalls in Riedenburg, sodass keine weiteren Transportwege anfallen.

„Wir leben ein Konzept, bei dem alles aus der Region stammt, bei dem sich die Partner bekannt sind, ihre Arbeitsweisen kennen und so verlässlich und transparent wirtschaften können“, betonte Krieger. Das Bio-Getreide wird auf dem landwirtschaftlichen Betrieb des Klosters angebaut, ins benachbarte Riedenburg geliefert und dort verbraut. Das ausgelaugte Getreide (Biertreber) wird als wertvolles Tierfutter zurück ans Kloster geliefert. Gülle und Mist kommen in die Biogasanlage und anschließend als natürlicher Dünger für die nächste Getreidegeneration auf das Feld. Außerdem werden die mit den Biertrebern gefütterten Tiere in der Klostermetzgerei geschlachtet und die draus entstehenden Fleisch- und Wurstwaren werden im Riedenburger Brauerei-Biergarten verarbeitet und angeboten.

Klaus Amann, der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Kelheim (VöF), betonte ebenfalls, wie sehr sich nachhaltiges und widerstandsfähiges Wirtschaften vor allem in den letzten Jahren bewährt hat. „Diese Struktur, wie Sie sie vor 25 Jahren eingeführt haben, ist eine sehr stabile Struktur. Heute ist es nahezu schon „en vogue“, nachhaltig und resilient zu arbeiten, bei Ihnen war es Pionierarbeit“, sagte Amann. Auch der Landkreis Kelheim wolle sich zukünftig mehr in Richtung „Resilienz“ ausrichten, plane entsprechende Projekte und möchte baldmöglichst den Transformationsprozess dazu in Gang setzen. „Daher ist es wichtig, solche Leuchtturmbetriebe in der Region zu haben, wo man zeigen kann, dass es auch in der Realität funktioniert“, resümierte Amann.

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