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IHK-Steuerausschuss diskutierte die Grundsteuerreform und ihre Folgen für Grundstücksbesitzer ab 2025

ERBENDORF. Mit der Grundsteuerreform ging ein langwieriger politischer Streit einher. Der Freistaat Bayern konnte dabei eine Länderöffnungsklausel durchsetzen. Ende 2021 hat der Landtag dann ein landeseigenes Grundsteuergesetz verabschiedet – zum Vor- oder Nachteil der Grundstücksbesitzer? Darüber diskutierte der Steuerausschuss der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim am Mittwoch auf seiner Sitzung zu Gast bei der Stadt Erbendorf im Landkreis Tirschenreuth. „Von der Grundsteuer als Substanzsteuer sind fast alle Unternehmen betroffen – ob‎ als Mieter oder Eigentümer“, sagte Ausschussvorsitzender Karl Spangler den Unternehmensvertretern aus der Region. Der Rechtsanwalt und Steuerberater Jan Geiger von KPMG München gab den Mitgliedern des Ausschusses einen Überblick über die verschiedenen Grundsteuerregeln in den einzelnen Bundesländern. „Für Unternehmen mit mehreren Betriebsgrundstücken in unterschiedlichen Bundesländern wird die Grundsteuererklärung damit nicht einfacher“, stellte er fest. Die neuen Berechnungsgrundlagen für die Grundsteuer sollen bis 2025 ermittelt werden. Dafür müssen alle Grundstückseigentümer zwischen 1. Juli 2022 und 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung abgeben.

Ausschussvorsitzender Spangler begrüßte die Festlegung Bayerns auf ein reines Flächenmodell. „Damit wurde auch eine Forderung der IHK-Organisation umgesetzt. Diese  hat die Bemühungen um eine vorrangige Flächenanknüpfung bei der Bewertung stets ‎unterstützt. Mit dem Flächenmodell können die Grundstücke schnell und relativ einfach bewertet werden.“ Spangler verwies auf den Vorteil, dass – wie beim Bundesmodell – keine neuen Bewertungen von Grundstücken nach aufwendigen Verfahren nötig werden. „Dennoch verursachen die neuen Regelungen zur Berechnung der Nutzfläche bei Unternehmen mit größeren Betriebsgrundstücken viel Bürokratieaufwand“, betonte der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Josef Kallmeier. Der Ausschuss fordert mehr Zeit bei den Fristen zur erforderlichen Abgabe von Änderungserklärungen bei Grundstücks- und Gebäudeveränderungen. „Die Regierung wird sich an ihrer Aussage messen lassen müssen, dass die Grundsteuerreform aufkommensneutral durchgeführt werden soll“, stellte Spangler abschließend fest. Es dürfe durch die neuen Regeln zu keiner steuerlichen Mehrbelastung der unserer mittelständischen Unternehmen kommen.

Anpassen der Hebesätze als Antwort

Der Gastgeber und Erste Bürgermeister der Stadt Erbendorf, Johannes Reger, zeigte die Auswirkungen der Reform auf den kommunalen Haushalt auf. Reger betonte die Bedeutung der Grundsteuer als kommunale Steuer, die komplett im Stadthaushalt bleibe und nicht über Umlagen abfließe. Für die Stadt sei aber noch unklar, wie sich die Reform auswirken werde. Hier warte man auf die statistischen Auswertungen der Finanzbehörden. Sollte das Aufkommen stark nach oben oder unten abweichen, wäre eine Anpassung der Grundsteuerhebesätze notwendig. Vor der Sitzung lud der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Josef Kallmeier, zu einer Betriebsbesichtigung in der örtlichen Fertigung der Porzellanfabrik Seltmann ein.

Infokasten: Grundsteuerreform – wie viel muss man ab 2025 zahlen?

Der bayerische Gesetzgeber hat sich bei der Grundsteuerreform für ein reines Flächenmodell entschieden. Die Grundsteuer berechnet sich ab 2025 aus der Größe des Grundstücks und des Gebäudes. Dabei werden vier Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 50 Cent pro Quadratmeter Gebäudefläche berechnet. Für Wohnflächen wird ein Abschlag von 30 Prozent gewährt, so dass hier effektiv nur 0,35 Euro pro Quadratmeter angesetzt werden. Dieser Grundsteuer-Messbetrag wird dann mit dem individuellen Hebesatz jeder Gemeinde multipliziert. Die jährlich aktualisierten Hebesätze der Kommunen in der Region gibt es unter https://www.ihk.de/regensburg/hebesaetze

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