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Verzicht üben und besser leben: Ökumenische Fastenaktion für das Klima

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(pde) – Unter dem Leitwort „So viel du brauchst…“ startet ein ökumenisches Bündnis am Aschermittwoch, 22. Februar, eine Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. Das Referat Schöpfung und Klimaschutz lädt die Menschen im Bistum Eichstätt ein, mitzumachen und in der Zeit vor Ostern bewusst Verzicht zu üben.

Die Aktion ist eine gemeinsame Initiative von neun (Erz-)Bistümern und Diözesanräten, 14 evangelischen Landes- und Freikirchen sowie den beiden Hilfswerken Brot für die Welt und Misereor. In der Diözese Eichstätt wird sie vom Referat Schöpfung und Klimaschutz organisiert. Zur Durchführung stehen digitalen Materialien sowie gedruckte Plakate und Broschüren zur Verfügung. „Klimaschutz macht Verzicht notwendig“, sagt Nachhaltigkeitsreferentin Lisa Amon. Der Klimawandel verursache Leiden, denn er gefährde das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. In seiner Enzyklika „Laudato si‘“ schreibt Papst Franziskus: „Die Genügsamkeit, die unbefangen und bewusst gelebt wird, ist befreiend. Sie bedeutet nicht weniger Leben, sie bedeutet nicht geringere Intensität, sondern ganz das Gegenteil.“

Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit ist gut für Leib und Seele, ist das Organisationsteam von „So viel du brauchst…“ überzeugt. Jeder Mensch könne spüren und erleben, was er wirklich brauche, was wichtig sei für ein gutes Leben im Einklang mit der Schöpfung. „Verzicht hilft, anders und achtsamer mit der Schöpfung und den Mitgeschöpfen umzugehen“, sagt Amon. Die Aktion biete die Chance, persönliche Routinen zu überdenken, Neues auszuprobieren und möglichst viel davon in den Alltag zu übernehmen.

In jeder der sieben Fastenwochen geht es um ein anderes Thema. Passend dazu sind die Ziele der Vereinigten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung abgebildet. „Energie wertschätzen“ ist der Schwerpunkt der ersten Woche. Dazu gibt es auf der Website www.klimafasten.de Tipps, um Energieverschwendung zu vermeiden. „Dinge (ver)brauchen“ ist das Thema der zweiten Fastenwoche. Es geht um die Frage: „Was brauchen wir wirklich und was wird einfach nur (ver)braucht?“ Handeln nach dem Prinzip „Reduzieren-Weiterverwenden-Wiederverwerten“ wird als Teil der Lösung empfohlen.

Mit dem Stichwort „#Flächenhunger“ befasst sich die dritte Aktionswoche. In Deutschland wird täglich eine Fläche von mehr als 76 Fußballfeldern für Straßen oder Siedlungsflächen neu ausgewiesen. „Dieser Flächenhunger vernichtet wertvolle Ackerböden, zerschneidet Landschaftsräume und gefährdet unsere Artenvielfalt“, heißt es in den Materialien zum Klimafasten. Statt neue Flächen freizugeben, sollten Brachflächen und Baulücken stärker genutzt und Altbauten saniert werden. „Und wir können mit unseren persönlichen Flächen sparsam umgehen.“ Anregungen, um „anders mobil zu sein“ gibt es in der vierten Fastenwoche. „In dieser Woche nehme ich mir Zeit für Fußwege ohne Eile und Hektik“, lautet ein Vorschlag. Maßnahmen für eine „effiziente und ökologisch bessere Beleuchtung“ sind in der fünften Aktionswoche angesagt. In diesen Zeitraum fällt auch die Umweltaktion „Earth Hour“, bei der jede und jeder eingeladen ist, am 25. März um 20.30 Uhr für eine Stunde das Licht auszuschalten.

Die sechste Woche ist dem Thema „Biodiversität“ gewidmet. Weltweit sind rund 41.000 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Viele Ursachen führen zu diesem hohen Verlust, unter anderem die intensive Landbewirtschaftung, die Versiegelung von Flächen, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die fehlende Vernetzung zwischen Lebensräumen. Kleinbiotope im Garten anlegen oder Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten bereitstellen sind zwei Beispiele für den Schutz und die Förderung von Artenvielfalt. Die letzte Woche des Klimafastens soll Zeit zum Glücklichsein bieten. „Was braucht ein Mensch zum Glücklichsein?“ lautet die zentrale Frage. Der Erlanger Glücksforscher Karl-Heinz Ruckriegel formuliert auf der Basis von Forschungen in der Psychologie Ratschläge zum Glück. „Einige der Ratschläge haben eine große Nähe zu zentralen biblischen Inhalten und christlichen Traditionen“, heißt es unter www.klimafasten.de. „In dieser Woche lasse ich mir durch den Kopf gehen, was Glück eigentlich ist, überlege, was ich zum Glücklichsein brauche, vermeide Grübeleien, bin optimistisch und übe ich mich in Dankbarkeit“, heißen einige der Tipps.

Broschüren und Plakate zur Aktion Klimafasten können noch beim Referat Schöpfung und Klimaschutz, E-Mail: umwelt@bistum-eichstaett.de, bestellt werden – solange der Vorrat reicht.

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