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Tipps und Tricks vom Oscargewinner

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Filmproduzent Volker Engel gewährt Einblicke in die Welt der Visual Effects

Bei Filmeffekten wird gerne getrickst. Was heute der Computer erledigt, musste vor 25 Jahren allerdings noch ganz analog umgesetzt werden. Bei einem Besuch an der TH Nürnberg zeigte Oscargewinner Volker Engel den Design-Studierenden, wie er die Visual Effects für den Science-Fiction-Klassiker „Independence Day“ gestaltete.

Achtung, Spoiler-Alarm! Wie lassen sich imposante Wolkenformationen in Filmen ganz ohne Computeranimationen erzeugen? Warum wird die Air Force One an punktierten Angelschnüren aufgehängt? Und wie lässt man Will Smith per Schleudersitz durch die Luft fliegen?

Filmproduzent Volker Engel ist Spezialist für Visual Effects und war bereits an mehreren Spielfilmen von Regisseur Roland Emmerich beteiligt. Bei dem Blockbuster „Independence Day“ aus dem Jahr 1996 gewann er für seine spektakulären Effekte sogar den Oscar. Passend zum 25-jährigen Jubiläum des Science-Fiction-Klassikers gewährte Volker Engel nun den Design-Studierenden der TH Nürnberg einen Einblick in seine Trickkiste. „Am Filmset mussten wir sehr kreativ sein, um verschiedene Effekte zu kreieren“, erklärte Volker Engel. „Die damaligen Computer waren natürlich bei Weitem nicht so leistungsfähig wie heute.“ 

Und so sind die bedrohlichen Schatten, die die Raumschiffe auf New York werfen, nichts anderes als der Schatten eines LKW, der rückwärts auf das Miniaturmodell der Freiheitsstatue aus Hartschaum zufährt. Die glühenden Wolkenformationen im Film sind halbkreisförmig angeordnete Lampen, die in einem Aquarium versenkt wurden. Durch weiße Farbe, die aus winzigen Löchern in einem kleinen Plastikröhrchen in das Wasser floss, entstanden die wachsenden Wolkenberge. Und Will Smith alias Captain Steven „Steve“ Hiller wurde natürlich nicht aus seinem Kampfjet geschleudert, sondern durch ein Miniaturmodell mit kleiner Zündung und Fallschirm ersetzt. Auch bei den zahlreichen Außenaufnahmen von Flugzeugen am Morgenhimmel tricksten Volker Engel und sein Team und befestigten Spielzeugmodelle an Angelschnüren – durch das Punktieren der Schnüre mit einem schwarzen Stift wurden sie vor dem Fotohintergrund für die Kamera unsichtbar.

An der Fakultät Design der TH Nürnberg wird bereits seit Jahren das Modul „Film und Animation“ gelehrt. Die Studierenden gestalten hier Kurzfilme, Musikvideos, Commercials oder Motion Graphics – vom Konzept über Storyboards, Dreharbeiten und Schnitt bis hin zur Musik-, Licht- und Tonmischung. Die TH Nürnberg gilt als eine Elite-Hochschule für visuelle Effekte und Animation. Umso beeindruckender war es für die Studierenden, die Filmtricks aus einer Zeit kennenzulernen, in der viele von ihnen noch nicht einmal geboren waren – und das auch noch von einem echten Oscargewinner.

„Ich gebe gerne meine Erfahrungen an junge, kreative Köpfe weiter“, sagte Volker Engel. „Auch, wenn sich die digitale Technik inzwischen deutlich weiterentwickelt hat, wird an Filmsets auch heute noch auf den ein oder anderen Trick zurückgegriffen. Wenn ich den Studierenden eines mit auf den Weg geben müsste, dann würde ich ihnen raten, immer verschiedene Dinge auszuprobieren, auch mal um die Ecke zu denken und sich nie entmutigen zu lassen, wenn etwas einmal nicht auf Anhieb klappt.“

Das große Modell des Weißen Hauses brachte Volker Engel für den Film „Independence Day“ übrigens tatsächlich zum Explodieren. Dafür hatte er nur einen einzigen Versuch – der glücklicherweise auf Anhieb klappte.

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