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Stehen Igel unter Naturschutz?

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Besonders vor dem nahenden Winter steht die Igelhilfe im Fokus. Wer einen Igel im Garten findet, möchte helfen. Doch nicht immer ist das Eingreifen des Menschen angebracht, denn die meisten der stachligen Gesellen kommen sehr gut in der freien Natur zurecht. In einigen Fällen ist schnelles Handeln erforderlich. Wer Igeln schadet, kann in Deutschland mit Bußgeldern belangt werden.

Gilt das Artenschutzgesetz für Igel?

Der Igel zählt in unseren Breiten nicht zu den gefährdeten Tierarten, dennoch greift das Artenschutzgesetz. Igel stehen unter Naturschutz. Für den Menschen bedeutet dies, dass die Tiere weder gefangen, verletzt oder gar getötet werden dürfen.

Bei Fehlverhalten drohen Bußgelder in unterschiedlicher Höhe. Die Bundesländer treffen hierbei eigene Regelungen. Für den Freistaat Bayern liegt die Höhe der Bußgelder bei bis zu 50.000 Euro. Dies ist auch in Baden-Württemberg, Thüringen, Hamburg, Hessen und den meisten übrigen Bundesländern der Fall.

Abweichungen gibt es in Brandenburg, wo ein Vergehen mit bis zu 65.000 Euro geahndet wird. Mecklenburg-Vorpommern lässt sich den Igelschutz bis zu 20.000 Euro kosten. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz liegen die Bußgelder mit 10.000 bzw. 5.000 Euro deutlich unter dem Durchschnitt.

Tipp: Ein Bußgeld kann auch fällig werden, wenn die Unterschlüpfe der Tiere beschädigt oder zerstört werden.

Igelhilfe – was ist erlaubt?

Im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) wird der Igelhilfe ein Paragraf eingeräumt. In § 45 Absatz 5 kann nachgelesen werden, dass Igel unter bestimmten Umständen geholfen werden darf und man die Tiere bei sich zu Hause aufnehmen kann.

Dies gilt jedoch nur bei folgenden Fällen:

  • Der Igel ist verletzt.
  • Der Igel ist krank.
  • Der Igel ist hilflos.

Die Igelhilfe ist mit Einschränkungen erlaubt. Sobald das Tier in der Lage scheint, in der freien Natur allein zurechtzukommen, ist der Igel unverzüglich in die Freiheit zu entlassen.

Wann ist das Einschreiten des Menschen erforderlich?

Spaziert ein gesunder und kräftiger Igel durch den Garten, besteht kein Grund einzugreifen. Auch, wenn die Temperaturen bereits sinken. Vermutlich ist das Tier gerade unterwegs, um sich die letzten Fettpolster für den nahen Winter anzufressen, um dann in seinem Unterschlupf zu verschwinden.

Ab Mitte Oktober beginnen Igel mit dem Bau der Nester. Sie sind dabei weiterhin in der freien Natur anzutreffen. Besonders junge Igel sind oft noch auf Nahrungssuche. Etwa Mitte November ziehen sich die Tiere endgültig in ihren Unterschlupf zurück und halten Winterschlaf bis die ersten Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen.

Unserer Hilfe bedürfen Igel vor dem Wintereinbruch unter folgenden Voraussetzungen:

  • Igel besitzt zu wenig Gewicht (unter 600 Gramm)
  • Igel ist verletzt oder krank
  • Igel ist mitten im Winter im Freien unterwegs

Die ganzjährige Igelhilfe ist in folgenden Fällen notwendig:

  • Baby-Igel werden ohne Mutter aufgefunden
  • Igel besitzt sichtbare Verletzungen
  • Igel ist krank

Igel sind nachtaktive Tiere und daher entdecken wir sie tagsüber nur selten. Streifen die Tiere bei Tage häufig durch den Garten, könnte dies auf Krankheiten oder eine Verletzung hinweisen.

Kranke Tiere erscheinen teilnahmslos und apathisch. Ein gesunder Igel besitzt einen birnenförmigen Körperbau. Abgemagerte Tiere wirken wurstförmig und besitzen eingefallene Augen und Flanken.

Weitere Informationen finden Sie unter bussgeldkatalog.org/tierschutz-igel/.

Igel zugelaufen – was tun?

Wer einen hilfsbedürftigen Igel findet, sollte nichts überstürzen und sich an eine fachkundige Stelle wenden. Vielerorts betreiben Tierheime Igelstationen. Auch Tierärzte können Hinweise zur angepassten Igelhilfe geben.

Ist das Tier krank oder verletzt, benötigt es eine ärztliche Versorgung. Untergewichtige Igel kommen schnell zu Kräften, wenn sie mit Katzenfutter gefüttert werden. Weiterhin bietet der Handel spezielles Trockenfutter für Igel an.

Tipp: Igel sollten nicht mit Milch gefüttert werden. Die Tiere sollten nur Wasser trinken.

Kann der Igel wieder ins Freie zurück, kann mit der Bereitstellung von Unterschlupfmöglichkeiten für ein artgerechtes Winterquartier gesorgt werden. Das Laub wird im Herbst nicht entsorgt, sondern zu einem Haufen aufgetürmt, der zusätzlich mit Reisig abgedeckt werden kann. Wer ein spezielles Igelhaus aufstellt, schafft sich einen tierischen Untermieter, meist über den Winter hinaus.        

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