Skandal oder Orientierung, das ist die Frage Bildervortrag zum „Ursprung der Welt“ von Gustave Courbet

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Wenn man sich über gegenwärtige Kunstskandale aufregt, darf man nicht vergessen, dass bereits die Kunst der Klassischen Moderne mit Skandalen in die Welt kam. Die lange Liste der skandalösen Werke eröffnete sogar schon früher Gustave Courbet mit seinem Gemälde „Ursprung der Welt“ aus dem Jahr 1866.

Das Gemälde zählt sicherlich zu den bekanntesten – und auch mythenumwobensten – Kunstwerken des 19. Jahrhundert, zeigt es doch den Unterleib einer nackten Frau in sehr provokanter Weise. Obwohl das Bild, das sich an Darstellungsweisen zeitgenössischer pornographischer Fotografie orientiert, oberflächlich einen rein „männlichen Blick“ zu repräsentieren scheint, ist es auch von zahlreichen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts motivisch aufgegriffen, und damit kommentiert, ironisiert, persifliert oder feministisch uminterpretiert worden. Der Vortrag setzt sich mit diesen Positionen, die von Lee Lozano über Valie Export, Jutta Koether, Jana Euler bis hin zu Reena Spaulings reichen, auseinander und versucht zu zeigen, wie insbesondere Künstlerinnen Courbets Skandal-Motiv für einen weiblich geprägten Kunstbegriff produktiv machen konnten.

Gustave Courbets „L’Origine du Monde (Ursprung der Welt)“ von 1866, Sammlung Musée d’Orsay, Paris

Unter dem Titel „Aneignungen. Künstlerinnen rezipieren Gustave Courbets ‘Ursprung der Welt’“ findet begleitend zur Ausstellung „Verena Issel. Lothar-Fischer-Preis 2021“ im Museum Lothar Fischer in Neumarkt in der Oberpfalz ein Vortrag von Dr. Daniela Stöppel statt, der Courbets interessantes Werk ins Zentrum der Betrachtung setzt.

Mit Dr. Daniela Stöppel  konnte eine äußerst kenntnisreiche Referentin gewonnen werden. Seit 2007 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München und arbeitet seit vielen Jahren über den Maler Gustave Courbet und damit an der Frage, wie Kunst in Lebenspraxis überführt werden sollte. Im Bereich der zeitgenössischen Kunst ist sie zudem als Kritikerin und Kuratorin aktiv.

Gebühr 6 €, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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