Sicher Heizen im Winter – keine Wärme-Experimente im Haus

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Aktuelle Aufklärungskampagne von Schornsteinfegerhandwerk und Feuerwehr

Steigende Energiepreise und eine drohende Gasmangellage verunsichern zurzeit viele Menschen: “Was soll ich tun, wenn das Gas ausbleibt? Wie kann ich mich vorbereiten? Kann ich meinen alten Kaminofen wieder anschließen?” Fast täglich beantworten Schornsteinfeger*innen Kundenfragen wie diese, berichtet Rainer Großmüller, bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger und Kaminkehrermeister aus Neumarkt. “Häufig geht es dabei derzeit um ältere Holzöfen, die noch vorhanden, aber stillgelegt oder inaktiv sind.”, berichtet er aus seinem Arbeitsalltag und verbindet dies gleich mit einer Warnung: “Eine Aktivierung dieser „Notfeuerstätten“ ist nicht ohne weiteres möglich, da beim erneuten Anschluss bestimmte Emissionsgrenzwerte und baurechtliche Vorgaben eingehalten werden müssen. In Bayern habe sich die Landesregierung zwar aufgrund der besonderen Situation für einen pragmatischen Umgang mit Holzfeuerungen entschieden, sodass befristet und in bestimmten Situationen stillgelegte private Holzheizungen und -öfen über Allgemeinverfügungen wieder genutzt werden können.” Doch spricht Großmüller er einen deutlichen Warnhinweis aus: “Keinesfalls dürfen solche als “Notfeuerstätten” bezeichnete Anlagen etwa selber angeschlossen werden! Reaktivierbare Feuerstätten müssen im Einzelfall überprüft und erneut fachgerecht angeschlossen werden, damit die Betriebs- und Brandsicherheit gewährleistet werden kann. Generell gilt, dass Kamin-, Kachelöfen, Kochherde oder Heizeinsätze unter keinen Umständen in Eigenregie und ohne vorherige Prüfung vieler sicherheitsrelevanter Anforderungen durch die bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger*innen angeschlossen werden sollten!”

Aus Sicht der Feuerwehr betonen Kreisbrandrat Jürgen Kohl und Kreisbrandmeister Daniel Gottschalk die Bedeutung der fachlichen Überprüfung durch die Kaminkehrer „Nicht fachgerecht installierte und nicht überprüfte Feuerstätten können schlimmstenfalls zu Bränden oder Kohlenmonoxid (CO)-Unfällen führen“, betonen sie. Verbraucher verunsichert derzeit auch die angespannte Situation im Brennstoffhandel. Feuerwehr und Kaminkehrer waren jedoch unisono davor, gefährliche Behelfsheizungen zu konstruieren oder Outdoor-Geräte im Haus aufzustellen. Im Fach- und im Online-Handel sind Einzelraumfeuerstätten vor allem im Einstiegspreissegment häufig seit Wochen ausverkauft. Daher wenden sich Verbraucher den für sie naheliegenden Ausweichprodukten zu. Im Warenkorb landen für Innenräume vollig ungeeigete und gefährliche Produkte wie Gas-Heizstrahler oder -Lüfter, Ethanol-Feuerstätten, aber auch Campingkocher, Grills und Feuerschalen. „Plötzlich kommt alles in Frage, was in irgendeiner Form Wärme abgibt. Wir erkennen hier einen gefährlichen Trend,“ warnt Großmüller mit Hinweis auf eine entsprechende Mitteilung des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerkes.

Kreisbrandrat Jürgen Kohl ist daher eine Aufklärung noch vor Beginn der Heizsaison besonders wichtig. Initiativen wie „CO macht KO“ und „Rauchmelder retten Leben“ und die Feuerwehren lassen nicht nach, die Bürgerinnen und Bürger darüber aufzuklären, wie gefährlich es ist, brennstoffbetriebene Geräte als improvisierte Heizung in Innenräumen zu nutzen und wie lebenswichtig funktionsfähige Rauchmelder in Wohnungen sind. “Neben Rauchmeldern werden bei Feuerstätten in Wohnräumen auch Kohlenmonoxid (CO)-Melder empfohlen, die bei Erreichen einer gesundheitsgefährlichen Konzentration des nicht wahrnehmbaren geruchs- und geschmackslosen Kohlenmonoxidgases in der Raumluft einen Warnton abgeben. “Die Anreicherung von Abgasen, fehlender Sauerstoff und eine erhöhte Kohlenmonoxidkonzentration sorgen für akute Vergiftungsgefahr. Schlimmstenfalls müsse in der aktuellen Energiekrise ein Anstieg der CO-Unfälle und Brände befürchtet werden”, befürchten die Experten. Bleibt die Heizung tatsächlich erst einmal kalt, könnten viele Menschen auf gefährliche Ideen kommen, um sich und ihre eigenen vier Wände aufzuwärmen. Als Ersatz für vergriffenes Brennholz landen dann möglicherweise auch Abfälle, Sperrmüll oder Zeitungspapier im Feuer und verursachen gesundheitsbelastende Emissionen.

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