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Krisen verunsichern Bewerber

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Start des neuen Ausbildungsjahres: Rückgang bei Ausbildungsverträgen im ostbayerischen Handwerk.

Die Lage am Ausbildungsmarkt im Handwerk ist für Bewerber so gut wie nie, für Betriebe aber ist sie mehr denn je eine Herausforderung – das zeigen die aktuellen Daten der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. 4.687 Jugendliche starten heuer in Niederbayern (2.482) und der Oberpfalz (2.205) ihre Handwerksausbildung. Das sind knapp 4,6 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr (in Niederbayern rund minus drei Prozent, in der Oberpfalz minus 6,2 Prozent). Der Nachwuchsmangel verschärft sich seit Jahren, die Gründe sind altbekannt: „Die auf Rekordniveau gesunkenen Schulabgängerzahlen, der anhaltende Trend zum Hochschulstudium und die pandemiebedingten Einschränkungen bei der Berufsorientierung haben dem Ausbildungsmarkt im Handwerk schwer zu schaffen gemacht“, sagt Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Hinzu komme nun die Unsicherheit angesichts der aktuellen Weltkrisen: „Die massiven Zukunftssorgen wirken sich auf die Berufswahl von jungen Menschen aus, viele zögern mit ihrer Entscheidung.“

Handwerkliche Ausbildung bietet feste Basis

Aktuelle Umfragen bestätigen die starke Verunsicherung bei der jungen Generation. Dabei könne das Handwerk genau mit den Werten und Vorteilen auftrumpfen, auf die Jugendliche heutzutage besonderen Wert legen würden, so Handwerkskammerpräsident Dr. Georg Haber: „Handwerksberufe sind innovativ und nachhaltig, sie bieten sinnstiftende und abwechslungsreiche Tätigkeiten, ein persönliches Umfeld, eine Arbeitsstelle in Heimatnähe und sehr gute Verdienst- und Karrieremöglichkeiten“, stellt er heraus. Die Stärken, die der Wirtschaftszweig gerade in den letzten Krisenjahren unter Beweis gestellt habe, müssten laut Haber noch tiefer ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringen: „Unsere kleinen und mittelständischen Betriebe zeigen sich bis heute sehr resistent, sie blieben zu jeder Zeit ausbildungsbereit und halten an ihren Mitarbeitern fest.“ Auch die Tatsache, dass das Handwerk zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen unerlässlich ist, müsse laut Haber mehr in den Fokus rücken und sollte Jugendliche überzeugen: „Handwerker sind Zukunftswerker – Sie setzen die gesteckten Ziele praktisch um und leisten damit in entscheidendem Maße etwas Nachhaltiges für unser Land und unsere Gesellschaft.“

Einstieg in die Lehre jederzeit möglich

Ende August sind in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer ostbayernweit 838 freie Ausbildungsplätze, davon 475 in Niederbayern und 363 in der Oberpfalz, quer durch alle Berufe und Regionen gemeldet. Die meisten freien Stellen gibt es in den Berufen Elektroniker, Kraftfahrzeugmechatroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Metallbauer, Maurer und Zimmerer. Die gute Nachricht für alle Bewerber, die sich noch in der Orientierungsphase befinden: „Auch nach dem offiziellen Start ins Ausbildungsjahr ist der Einstieg ins Handwerk jederzeit möglich“, betont Hans Schmidt. Mit über 130 Berufen und zahlreichen Weiterbildungsangeboten ermöglicht das Handwerk jedem Talent eine berufliche Zukunft. Beispielsweise als qualifizierte Führungskraft oder als selbstständiger Unternehmer: In den kommenden zehn Jahren suchen viele Handwerksbetriebe in Ostbayern einen Nachfolger.

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