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Kommentar zum Weltklimastreiktag  

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Am heutigen Freitag wird global zum Weltklimastreiktag aufgerufen. Streiken für das Klima – bringt das überhaupt was?

Ich als Klimaschutzmanagerin sage: nein. Es bewirkt leider bei vielen genau das Gegenteil. Denn damit wird das Thema Klimaschutz negativ besetzt. Und doch ist es richtig, die dramatische Situation, in der wir uns tatsächlich befinden, deutlich zu machen. Denn es ist bereits fünf nach 12 und dennoch wird mehr geredet statt gehandelt, mehr geplant, als umgesetzt, mehr Schultern gezuckt, als angepackt. Der Klimawandel hat uns im Griff, Europa wird dramatische Trockenheit und Dürre vorhergesagt. Die Gondeln in Venedig liegen auf Grund. Früher oder später hat dies eine Auswirkung auf Ernten und damit auf unsere Lebensmittel und dies werden wir dann unmittelbar spüren. Es wird mehr und mehr Klimakatastrophen geben und Hitzetote im Sommer.

Unsere Politik ist zu langsam, überbietet sich gegenseitig mit Anschuldigungen, in der Vergangenheit nicht gehandelt zu haben oder aktuell der Verhinderer zu sein. Und Deutschland erstickt in Bürokratie. Wie kann es sein, dass bei uns der Bau eines Windrades mindestens 4-5 Jahre dauert? Warum gibt es bei uns noch kein bidirektionales Laden, d.h. das Auto wird als flexibler Speicher für die eigene PV-Anlage mitverwendet? Warum gibt es immer noch keine Pflicht zur Photovoltaik auf Dächern bei Neubauten? Und warum wird Klimaschutz nicht zur Pflichtaufgabe gemacht?

Der Landkreis Neumarkt hat ein gutes Stück seiner Hausaufgaben im Bereich Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien gemacht. Durch unsere 65 Windräder und die vielen Freiflächen-Photovoltaikanlagen erwirtschaften wir 127 % des Gesamtstromverbrauches – und das mit Stand 2020. Doch ein Zurücklehnen ist nicht angebracht. Denn es liegt auf der Hand, dass der ländliche Raum mittelfristig die großen Städte mitversorgen muss.

In meinen Augen muss also alles getan werden, was geht. Weitere Freiflächen-PV-Anlagen, aber vor allem: PV-Anlagen auf Dächern. Denn hier liegt noch ein enormes Potential und gleichzeitig werden durch die Eigennutzung des Stromes zugleich die viel zu kleinen Netze entlastet, statt belastet.

Aber: Energiewende bedeutet vor allem Wärmewende – und hier gibt es noch enorm viel zu tun. 75% des Energieverbrauchs liegt bei Wärme und Warmwasser. In vielen Ortsteilen im Landkreis gibt es keinen Gasanschluss, die alten Heizungen müssen jedoch nun nach und nach ausgetauscht werden. Eine gute Lösung sind hier Nahwärmenetze, wie gerade eines in Form einer Bürgerenergiegenossenschaft in Unterrohrenstadt bei Berg entsteht. Ein Musterbeispiel auch für andere Gemeinden oder Ortsteile?

Was es auch braucht, sind Anreizsysteme. Bund und Land haben einst vorhandene Förderprogramme eingeschränkt, statt sie auszubauen. Keine Förderung mehr von privaten Wallboxen und immer weniger Prämien beim Kauf von E-Autos? Warum? Und warum fördert man keine Dachphotovoltaikanlagen mehr oder Speicher, obwohl beides das Sinnvollste ist, was es gibt? Nur weil es sich in 15 Jahren amortisiert?

Nun, ich muss sagen, ich bin es leid, auf die große Politik zu warten. Ich versuche zu tun, was ich tun kann. Nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist. Und das sollte jeder von uns beherzigen, sei es beim Energie sparen oder beim Investieren in neue Heizungen oder Dach-Photovoltaikanlagen.

Ich gebe mein Bestes, um für die notwendigen Informationen zu sorgen und Hilfestellung zu geben. Sei es durch das Solardachkataster, mit dem man sein Haus „berechnen“ kann, durch die Organisation von Vorträgen oder den Ausbau der Energieberatung.

Informationen dazu erhalten Sie auf der Seite www.klimaschutz-landkreis-neumarkt.de

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