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Karpfenteichwirtschaft in Bayern ist lebendige Tradition

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Finanz- und Heimatminister besucht Fischereimuseum in Tirschenreuth // Immaterielles Kulturerbe Bayerns und Deutschlands

„Immaterielles Kulturerbe, das sind lebendige Traditionen, die ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln und Identität stiften. Die Tradition der Karpfenteichwirtschaft in Bayern zeigt: Traditionelles Wissen um Natur und Landwirtschaft ist auch heute hochaktuell. Rund 30.000 Karpfenteiche gibt es in Bayern, die in ihrer Fläche die Hälfte der Teichfläche in ganz Deutschland ausmachen“, freute sich Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Besichtigung des Fischereimuseums in Tirschenreuth und Übergabe der Aufnahmeurkunde in das Bayerische Landesverzeichnis an die Trägergruppe am Samstag (13.11.). Die Oberpfalz und Franken sind örtliche Schwerpunkte der Karpfenteichwirtschaft. „Ein herzliches Dankeschön allen, die sich für dieses kulturelle Erbe einsetzen und engagieren, um den Weiterbetrieb und Erhalt der arbeitsintensiven Teichwirtschaft zu ermöglichen!“, betonte Füracker.

„Die Teichwirtschaft ist für den Landkreis Tirschenreuth von ganz besonderer Bedeutung. Wir haben eine Kulturlandschaft, die mit über 4.500 Teichen in ganz Europa einzigartig ist. Darauf sind wir einerseits sehr stolz, andererseits sind wir auch verpflichtet, diese Tradition zu bewahren, ganz besonders vor dem Hintergrund der Auszeichnung zum Immateriellen Kulturerbe,“ so Roland Grillmeier, Landrat im Landkreis Tirschenreuth.

Die Traditionelle Karpfenteichwirtschaft in Bayern wurde bereits 2020 in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Auf Vorschlag Bayerns erfolgte 2021 auch die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis.

Die Karpfenteichwirtschaft in Bayern ist jahrhundertealte Tradition. Bereits aus der Zeit der Karolinger ist die Anlage von Fischteichen überliefert. Die bayerischen Karpfenteiche mit einer heutigen Gesamtfläche von rund 20.000 ha werden durch 8.500 Teichwirte in 13 regionalen Teichgenossenschaften und 3 Fischerzeugerringen bewirtschaftet. Die Handwerkskunst und das Erfahrungswissen um die komplexen Zusammenhänge von Boden, Wasser und Aufzucht werden von Generation zu Generation weitergegeben. Das MuseumsQuartier Tirschenreuth mit dem Fischereimuseum und das Aischgründer Karpfenmuseum in Neustadt an der Aisch vermitteln diese Tradition einem breiten Publikum.

Aktuell läuft die fünfte Bewerbungsrunde zum Eintrag in das Bayerische Landesverzeichnis bzw. das Bundesweite Verzeichnis. Noch bis zum 30. November 2021 können Gruppen, die eine kulturelle Ausdrucksform praktizieren, beim Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat die Aufnahme beantragen. Interessierte und Antragsteller können sich bei der eigens dafür eingerichteten Beratungs- und Forschungsstelle Immaterielles Kulturerbe Bayern informieren (ike@volkskunde.badw.de, Tel.: 089 – 51 55 61 44). Nähere Informationen unter www.ike.bayern.de.

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