Jahresbericht 2021: Diözese unterstützt Hilfsprojekte der Weltkirche in 18 Ländern

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(pde) – Mit 393.358 Euro aus Kirchensteuermitteln hat die Diözese Eichstätt im vergangenen Jahr 53 soziale und kirchliche Projekte in 18 Ländern unterstützt. Das geht aus dem Jahresbericht 2021 des Referats Weltkirche hervor. Schwerpunkte der Förderung sind Hilfen für Menschen in Not sowie der Einsatz für Menschenrechte und Nachhaltigkeit.

Insgesamt 158 Förderanträge sind 2021 beim Referat Weltkirche eingegangen. Sie wurden nach festgelegten Kriterien geprüft und dem Vergabeausschuss zur Entscheidung vorgelegt. Diesem Gremium gehören neben den geborenen Mitgliedern – dem Generalvikar, in 2021 noch P. Michael Huber, und dem Leiter des Referats Weltkirche, Dr. Gerhard Rott – Domkapitular Paul Schmidt, Leiter der Hauptabteilung Personalkammer für die Pastoral, Dompfarrer Josef Blomenhofer und die Eichstätter Journalistin Dr. Dagmar Kusche-Luff an. In zwei Sitzungen bewilligte der Vergabeausschuss die finanzielle Förderung von 53 Projekten. Gefördert wurden 19 Projekte mit einer Gesamtsumme von 131.100 Euro im Bereich „Einrichtung und Bau“, 19 Projekte mit zusammen 131.258 Euro im Bereich „Bildung“ sowie 15 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 131.000 Euro im Bereich „Soziales“. Mehr als die Hälfte der bewilligten Mittel (225.532 Euro) floss in 23 Projekte in Afrika sowie 107.500 Euro in 20 Projekte in Mittel- und Osteuropa. Die übrige Förderung kam zwei Projekten in Lateinamerika (20.140 Euro) und sieben Projekten in Asien (36.685 Euro) zugute. Mit 3.500 Euro wurde auch ein Projekt in Deutschland gefördert: die Aus- und Weiterbildung chinesischer Priester und Priesteramtskandidaten im China-Zentrum in Sankt-Augustin bei Bonn.

Hilfe für die Ukraine

Einen besonderen Förderschwerpunkt bildet weiterhin die Ukraine. 2021 unterstützte die Diözese Eichstätt 18 Projekte in dem osteuropäischen Land mit einer Gesamtsumme von 93.000 Euro. Eines dieser Projekte war die soziale Pfarraktion „Ernähre die Armen“ der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine. Mit der Unterstützung aus Eichstätt wurden 1.156 Hilfspakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln beschafft und an Bedürftige in mehr als 50 Pfarreien des Exarchats (kirchlichen Verwaltungsbereiches) Donezk verteilt. In dieser Region sind viele Menschen auf soziale Hilfe angewiesen, was zum Großteil auf den seit 2014 andauernden Militärkonflikt in der Ostukraine und einen großen Zufluss an Binnenflüchtlingen zurückzuführen ist. „Die Corona-Pandemie hat die Lage der Armen und Obdachlosen noch verschärft“, berichtet Pfarrer Yuriy Yurchyk, Ökonom des Exarchats Donezk. „Die Ukraine unterstützen wir seit über 20 Jahren, seit der Gründung des Collegium Orientale, und werden diese Unterstützung gerade jetzt in der schwierigen Kriegssituation fortsetzen“, sagt Gerhard Rott. Die Aufwendungen der Diözese für das ostkirchliche Priesterseminar in Eichstätt summierten sich im Jahr 2021 auf 666.271 Euro. „Auch das ist Teil des weltkirchlichen Engagements des Bistums“, erklärt Rott.

Das Projekt Tei Wa Ngai in Matuu, Kenia, unterstützt Menschen mit Behinderung. Foto: RNDM International Mission Development Office

Geflüchtete und Menschen mit Behinderung

Mit 77.432 Euro wurden sieben Projekte in Burundi gefördert. Die Partnerschaft der Diözese mit dem ostafrikanischen Land wird vor allem durch die intensive Zusammenarbeit mit dem Erzbistum Gitega ausgestaltet. Über die Förderung kleinerer Projekte hinaus konnte der Ausbau des Sozial- und Pastoralzentrums St. Willibald und Walburga in Bugendana im vergangenen Jahr mit weiteren 120.000 Euro unterstützt werden. Außerdem wurden in Burundi der Bau einer Biogasanlage sowie die Fortsetzung eines Aufforstungsprojekts gefördert. Letzteres soll Folgen des Klimawandels eindämmen und die Lebensgrundlage von Kleinbäuerinnen und -bauern in den Pfarreien Nyarunazi, Gahemba und Makebuko sichern. Dabei werden 200.000 Bäume für die Agroforstwirtschaft und Obstproduktion gepflanzt. Weitere 18.000 Euro erhielt ein Projekt zur Selbstversorgung von kirchlichen Basisgemeinden in sieben Patoralregionen der Erzdiözese Gitega. Ziel ist es, durch technische Unterstützung der Landwirte und den Einsatz optimierten Saatguts die Ernährungssicherheit zu verbessern.

Kenia, Ghana, Tansania, Senegal und Kongo sind weitere afrikanische Länder, die Hilfe aus Eichstätt bekommen. Kenia ist besonders im Vorfeld des diesjährigen Weltmissionsmonats in den Fokus gerückt. Dort unterstützte die Diözese Eichstätt im vergangenen Jahr sieben Projekte mit insgesamt 63.000 Euro, davon 15.000 Euro für die Flüchtlingshilfe der Caritas Nairobi. In der kenianischen Hauptstadt leben rund 81.000 Geflüchtete vor allem aus Äthiopien, Somalia und Kongo, darunter viele Jugendliche und alleinerziehende Mütter. Durch Berufsausbildung, Trainings und Beratung bereitet die Caritas sie vor für den Arbeitsmarkt oder um mit Starthilfe selbstständig ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Weitere 10.000 Euro gingen an das Projekt Tei Wa Ngai (Segen Gottes) in der Stadt Matuu westlich von Nairobi. Dort helfen die Missionsschwestern Unserer Lieben Frau (in Französisch: Religieuses de Notre Dame des Missions – RNDM) Menschen mit Behinderung, besonders Kindern, die nie eine Schule besucht haben, und deren Eltern. Neben der konkreten Hilfe geht es auch darum, die Bevölkerung für die Situation dieser Menschen zu sensibilisieren. „Kinder mit Behinderung sind oft an ihr Zuhause gebunden, oft werden sie versteckt, da die Behinderung als Strafe Gottes angesehen wird und weil die Eltern sich für ihre behinderten Kinder schämen“, berichten die Schwestern. Den Eichstätter Shalompreis 2021, der an zwei Projekte in Tansania verliehen wurde, hat die Diözese mit 7.000 Euro unterstützt.

Mit 20.000 Euro wurden im vergangenen Jahr Maßnahmen mit Bezug zur Corona-Pandemie finanziert. Aus dem Katastrophenfonds stellte das Bistum im Berichtszeitraum 10.000 Euro für die Corona-Nothilfe in Indien und in der Ukraine zur Verfügung. Insgesamt wurden 13 Projektanträge erfasst. „Damit wurde Projektpartnerinnen und -partnern, mit denen es bereits eine etablierte Zusammenarbeit und eine entsprechende Infrastruktur gibt, kurzfristig geholfen“, erklärt Gerhard Rott.

Neben der Projektförderung im Ausland umfasst das weltkirchliche Engagement auch Bildungsarbeit im Bistum sowie den Freiwilligendienst „weltwärts“. Im Oktober 2021 sind drei Jugendliche zu ihrem weltwärts-Einsatz in einem Agroforstprojekt in Ghana aufgebrochen. „Mit diesem Freiwilligendienst gelingt es uns, Kirche, junge Menschen, globale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung zusammenzubringen“, sagt Rott.

Die Flüchtlingshilfe der Caritas Nairobi, geleitet von Schwester Modesther Karuri, gibt arbeitslosen Jugendlichen und Geflüchteten eine Perspektive. Foto: Norbert Staudt/pde

Rechnet man alle Ausgaben für die weltkirchlichen Aufgaben zusammen, hat das Bistum Eichstätt im Berichtsjahr 1.412.219 Euro (2020: 1.648.106) aus seinem Haushalt dafür aufgewendet. „Das entspricht 0,8 Prozent des Gesamthaushalts des Bistums“, hat Rott ausgerechnet. Hinzu kommen noch 901.601 Euro, welche das Bistum an den Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) für weltkirchliche Aufgaben überwiesen hat. Damit liegt der Anteil des weltkirchlichen Einsatzes bei 1,3 Prozent des Gesamthaushalts. Trotz knapper werdenden Ressourcen sieht Rott das Referat Weltkirche „gut aufgestellt, um weiterhin Menschen in der ‚Einen Welt‘ solidarisch und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung angemessen und langfristig unterstützen zu können“.

Der Jahresbericht ist abrufbar unter www.bistum-eichstaett.de/weltkirche.

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