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Gütesiegel „Grüne Hausnummer“ wird neu aufgelegt: Auszeichnung nun auch im Landkreis möglich

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Seit 2011 gibt es das Gütesiegel „Grüne Hausnummer“ für nachhaltig gebaute Gebäude im Stadtgebiet Neumarkt. Jeder Hausbesitzer kann sich dafür bewerben, wobei die Auszeichnung u.a. für Wohngebäude, Betriebsgebäude, Vereinsgebäude und öffentliche Gebäude vergeben wird. Dabei wurden bisher 88 Gebäude mit der grünen Hausnummer durch die Stadt Neumarkt ausgezeichnet. Nunmehr übernimmt auch der Landkreis Neumarkt das Siegel und will damit Hausbesitzer in den anderen Kommunen des Landkreises auszeichnen. Dazu sind die Punktekriterien gemeinsam überarbeitet und eine Neufassung des Bewerbungsbogens erstellt worden. Oberbürgermeister Thomas Thumann und Landrat Willibald Gailler begrüßen die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis. Sie betonen das Ziel der „Grünen Hausnummer“, womit zum einen auf nachhaltiges Bauen aufmerksam gemacht wird und zum anderen beispielhafte Gebäude durch die „Grüne Hausnummer“ auch optisch als solche sichtbar gemacht werden. Die diesjährige Aktion läuft ab sofort und noch bis zum Stichtag 30.Juli können die Bürger der Landkreisgemeinden ihre Bewerbung bei der REGINA GmbH, der Regionalentwicklungsagentur des Landkreises Neumarkt abgeben. Die Bürger des Stadtgebietes Neumarkt geben ihren Bewerbungsbogen ebenfalls bis dahin weiterhin bei der Stadt Neumarkt ab.

Mit der „Grünen Hausnummer“ werden Bauherren ausgezeichnet, die vorbildlich mit Rohstoffen, Energie und der Natur beim Bauen umgehen, unabhängig davon, ob ein Bestandsgebäude saniert oder ob neu gebaut wird. Anhand eines Punktekatalogs werden bestimmte Kriterien zum nachhaltigen Bauen abgefragt. Wurden diese in der Bauzeit oder im Rahmen einer Sanierung umgesetzt und nachgewiesen, erhält man ab einer Punktezahl von 100 Punkten das begehrte Täfelchen „Grüne Hausnummer“.

Die Architektin und Baubiologin Marion Burkhardt hat das gemeinsame Projekt initiiert und auf dem Weg gebracht. Damit soll mehr Bewusstsein für energetisches und ressourcenschonendes Bauen bei den Bauherren und Gebäudeeigentümern landkreisweit geweckt werden. Die „Grüne Hausnummer“ ist damit auch ein hervorragendes Mittel, um Wissen über nachhaltiges Bauen und Sanieren zu transportieren. In Zusammenarbeit mit der Klimaschutzmanagerin des Landkreises Neumarkt Kathrin Kimmich wurden die Kriterien überarbeitet und die Punkteliste neu formuliert. Diese Anforderungen werden in Zukunft für den Landkreis und die Stadt Neumarkt gleichlautend gelten. Sie werden an entsprechenden Stellen ausliegen und ausgegeben. Außerdem sind sie auf den jeweiligen Homepages abrufbar.

Viele Bauherren wissen gar nicht, welche Alternativen möglich sind. Nachhaltiges Bauen bedeutet, den vollständigen Lebenszyklus eines Gebäudes zu betrachten. Von der Produktion der Baustoffe, der Nutzungsphase bis hin zum Abbau und der Wiederverwertung. Bei der Bewerbung für die „Grüne Hausnummer“ werden unter anderem die energetische Qualität von Gebäuden, die Baustoffwahl, das Thema Bauen mit Sonne, die Heiztechnik und der Naturschutz rund ums Haus bewertet. Wurden z.B. Dämmstoffe aus nachwachsenden oder recycelten Materialen eingebaut, wird dies mit jeweils 10 Punkten bewertet. Für Holzfenster gibt es 6 Punkte, für Warmwasserkollektoren 12 Punkte. Neu ist die Vergabe von 8 Punkten bei der Nutzung von Sonnenenergie mit einem Stromspeicher. Mehr Bedeutung wird auch dem Erhalt von biologisch ausgereiften Gehölzen, also schattenspendenden Bäumen, gegeben – hier sind bis zu maximal 16 Punkte möglich. Diese sind besonders wichtig für die Biodiversität und der Anpassung, bzw. dem Erhalt unseres Lebensumfeldes an den Klimawandel.

Ein Beispielprojekt, das im dörflichen oder städtischen Umfeld denkbar ist, könnte sich folgendermaßen darstellen: Schon bei der Planung der Baumaßnahme wird überlegt, wie wertvolles Grün auf dem Grundstück erhalten werden kann. Dies wird aus dem durch die Baufirmen belegten Grundstücksbereichen erkenntlich herausgenommen und damit geschützt. Auch wird überlegt, welche Flächen überbaut und notwendigerweise versiegelt werden müssen. Für das Gebäude werden Materialien verwendet die natürlichen und regionalen Ursprungs sind, wie Ton, Lehm, Holz, Kalk, Dämmstoffe aus Holzfasern, Stroh oder Zellulose, Recyclingbaustoffe wie Glasschaumschotter oder mineralische Anstrichsysteme für die Oberflächengestaltung. Die energetische Qualität der Gebäudehülle ist hoch, der Verbrauch von Energie gering. Diese Energie wird vor allem aus Sonnenenergie gewonnen. Regenwasser wird für die Versorgung der Toilette, der Waschmaschine und der Bewässerung des Nutzgartens verwendet. Vorhandene Freiflächen werden für den Anbau von Gemüse, Obst und Beeren genutzt. Das ergibt dann ein nachhaltig erstelltes und betriebenes Gebäude. Für alle diese Aspekte werden Punkte vergeben. Handelt es sich bei dem Gebäude um eine Schule oder einen Kindergarten, ist die Teilnahme an nachhaltigen Projekten eine Möglichkeit, zusätzlich Punkte zu sammeln. Auch Betriebsgebäude können die „Grüne Hausnummer“ erhalten, wobei eine Zertifizierung wie EMAS zu weiteren Punkten führt.

Jeder Hausbesitzer kann sich um die Grüne Hausnummer bewerben. Diese wird u.a. für Wohngebäude, Betriebsgebäude, Vereinsgebäude als auch öffentliche Gebäude vergeben. Jährlich am 30.Juli ist Bewerbungsschluss.

Ansprechpartner, den Bewerbungsbogen und weitere Informationen:

Für die Stadt Neumarkt:

Fachstelle nachhaltiges Bauen im Bürgerhaus,

Marion Burkhardt, Telefon 09181 2552602, E-Mail: marion.burkhardt@neumarkt.de

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage https://klimaschutz-neumarkt.de/klimaschutz/bauen-und-sanieren/gruene-hausnummer/

Für den Landkreis Neumarkt:

Klimaschutzmanagerin in der REGINA GmbH,

Kathrin Kimmich, Telefon 09181 50929-11, E-Mail kimmich@reginagmbh.de

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.reginagmbh.de  und in Kürze in vollem Umfang unter www.landkreis-klimaschutz.de

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