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Die Schenkung Stiftung van de Loo im Museum Lothar Fischer

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Marie-José van de Loo und Pia Dornacher führen durch den GEFLECHT-Raum am
Sonntag, den 24. Juli um 11.15 Uhr

Seit einigen Wochen ist im Obergeschoss des Museums ein kompletter Raum mit Arbeiten der Künstlergruppe GEFLECHT (1966-1968) zu sehen, die als großzügige Schenkungen der Stiftung van de Loo und von Roland Oetker in das Stiftermuseum gelangten. Nun findet eine erste Expertenführung mit der Galeristin Marie-José van de Loo statt, die schon seit vielen Jahren im Vorstand der Lothar & Christel Fischer Stiftung aktiv ist. Begleitet wird die Führung von der Museumsleiterin Pia Dornacher.

Im März 1965 stießen die Protagonisten der Gruppe SPUR (1957-1965), der Bildhauer Lothar Fischer und die Maler Heimrad Prem, Helmut Sturm und HP Zimmer während des Augsburger Frühjahrsalons auf die Mitglieder der Gruppe WIR (1959-1965). Letztere hatte sich zwei Jahre nach SPUR formiert mit den Malern Florian Köhler, Heino Naujoks, Helmut Rieger, Hans Matthäus Bachmayer und Reinhold Heller. Die Künstler standen bereits seit ihrem Studium in München in losem Kontakt, bevor es 1965 zu einer ersten punktuellen Zusammenarbeit von SPUR und WIR kam, die sich 1966 den gemeinsamen gruppen-verbindlichen Namen GEFLECHT gaben. So erinnert sich auch Lothar Fischer 1990:
„Es war interessant gedanklich, ein polyfokaler Raum, ein GEFLECHT, daß alle Dinge sich nicht voneinander trennen – Innen und Außen, Natur und Denken und Sinnlichkeit. Eine Vorstellung, daß alles in einem Zusammenhang steht, daß das Denken von chemischen Dingen abhängt, und Seele nicht vom Körper zu trennen ist. Im Leben ist alles verflochten. Ein großartiges Sinnbild, dieses GEFLECHT. “

Im Zentrum von GEFLECHT standen die charakteristischen reliefartigen, stark farbigen Objekte, die zumeist in der Zusammenarbeit von unterschiedlichen Teams entstanden. Der Name GEFLECHT war Programm. Während anfänglich noch ein vorgegebenes Thema wie das Auto und die damit einhergehende Technik für alle Künstler motivisch verbindlich war, wurde die Formensprache zunehmend abstrakter. Zudem wurde ab 1967 im gemeinsam angemieteten und von Otto van de Loo mitfinanzierten GEFLECHT-Keller in der Herzogstrasse 64 in München immer weniger künstlerisch gearbeitet, sondern verstärkt diskutiert. Als dann ab 1968 im Zuge der Studentenbewegung eine Erweiterung des Gruppenkonzepts diskutiert wurde, löste sich die Gruppe über der Kontroverse, den künstlerischen Impetus verstärkt in eine politische Aktion zu überführen, auf.

Durch die großzügige Schenkung besitzt das Museum Lothar Fischer, das über keinen eigenen Ankaufsetat verfügt, heute über die umfangreichste museale GEFLECHT-Sammlung. Zur Schenkung ist ein Leporello erschienen, für 5 € an der Museumskasse erhältlich.

Eine Anmeldung zur Führung am 24. Juli um 11.15 Uhr ist nicht erforderlich.

Teilnahmegebühr 6 €.

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