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Buch des Monats März: „Ramas Flucht“

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(pde) – Die Steinbilder des syrischen Künstlers Nizar Ali Badr erzählen Geschichten von Flucht, Angst und großem Leid, aber auch von Menschlichkeit, Freude und Hoffnung. Darum geht es im Bilderbuch „Ramas Flucht“, das Religionslehrerin Mary Hauk-Rakos in der Reihe „Buch des Monats“ der Schulabteilung der Diözese Eichstätt vorstellt.

Wenn Steine sprechen könnten, was würden sie uns erzählen? Im Fall von „Ramas Flucht“, dem bewegenden Bilderbuch aus der Feder der niederländischen Autorin Margriet Ruurs, bringt sie der syrische Bildhauer Nizar Ali Badr buchstäblich „zum Sprechen“. Seine gleichzeitig einfachen wie beeindruckenden Steincollagen, die er aus unterschiedlichen Kieselsteinen gestaltet, drücken auf geniale Weise „ins Bild gesetzt“ die Erlebnisse und Erfahrungen des kleinen Mädchens Rama aus, in dessen behütetes Leben mit ihren Geschwistern, Eltern und Großeltern der Krieg wie ein Steinschlag hereinbricht und ihr Leben verändert, so dass „nichts mehr war wie vorher.“ Noch gibt es für das kleine Mädchen Dinge, an denen sie sich festhalten kann – Mamas Umarmungen und Großvaters Worte. Doch der Krieg macht vor nichts Halt, nicht vor Erwachsenen, nicht vor Kindern. Auch wenn Rama aus Syrien stammt und das bereits 2017 veröffentlichte Bilderbuch ein anderes Land und nicht den derzeitigen Krieg in der Ukraine beschreibt, das eigene Land verlassen zu müssen um Leib und Leben zu retten, bepackt mit nur wenigen Habseligkeiten auf dem Weg in die Fremde und eine unsichere Zukunft, diese traumatische Erfahrung eint alle Kriegsflüchtlinge dieser Welt – zu jeder Zeit.

Faszinierend ist, wie es Nizar Ali Badr mit seinen berührenden Steinkompositionen feinfühlig und gleichzeitig sehr differenziert gelingt, die Empfindungen und Erlebnisse Ramas und ihrer Familie darzustellen, die Margriet Ruurs in klarer, kindgerechter wie gleichzeitig eindringlicher Sprache formuliert. Auf der einen Seite der glückliche Alltag im Dorf, und auf der anderen Seite der Krieg, der über alle hereinbricht. Bomben fallen wie Steine vom Himmel, Lebensmittel werden knapp, die ersten Menschen aus Ramas Dorf flüchten, schließlich auch Rama und ihre Familie. Gefahren und Nöte der Flucht werden beschrieben, aber auch die Hoffnung auf ein anderes Leben an einem Ort, an dem Frieden herrscht. Rama findet mit ihrer Familie ein neues Zuhause, fern von Krieg und Gewalt – und Menschen, die ihr beistehen.

Im Zusammenspiel von Text und Bild ist ein bemerkenswertes Buch entstanden, das sich ausgezeichnet sowohl dafür eignet, Kindern hierzulande das Thema „Flucht“ begreifbar und verständlich zu machen, wie auch durch die kreative Aufbereitung des Themas ebenso dafür, mit Kindern, die selbst Fluchterfahrungen hinter sich haben, diese aufzuarbeiten. Hochaktuell somit angesichts der derzeitigen Situation in der Ukraine und den Menschen, die hier bei uns in Deutschland gerade Zuflucht suchen. Vorangestellt ist dem Bilderbuch ein Zitat Albert Einsteins: „Frieden kann nicht durch Gewalt erhalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden.“ Es bleibt zu wünschen, zu hoffen und zu beten, dass der friedenstiftende Geist Gottes dort wirken mag, wo menschliche Vernunft (bisher) versagt – und dies nicht nur in der Ukraine, sondern weltweit in allen Kriegsgebieten der Erde.

Im Nachwort zum Bilderbuch beschreibt Margriet Ruurs die Entstehungsgeschichte der Zusammenarbeit zwischen ihr als Autorin und dem Künstler Nizar Ali Badr. Gesprächsimpulse und kreative Ideen zum Buch sind unter www.bistum-eichstaett.de/schule abrufbar.

Margriet Ruurs (Text), Nizar Ali Badr (Illustrationen): „Ramas Flucht“, Verlag Gerstenberg, 2017, ISBN: 978-3-8369-5973-5.

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