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Buch des Monats Dezember: „Der Sternenbaum“

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(pde) – Die Weihnachtsgeschichte „Der Sternenbaum“ von Gisela Cölle erzählt davon, wie die Rückbesinnung auf die wirklich wichtigen Dinge Menschen einander näher bringt. Religionslehrerin Maria Hauk-Rakos stellt den Klassiker in der Reihe „Buch des Monats“ der Schulabteilung der Diözese Eichstätt vor.

Pünktlich zur Adventszeit tauchen sie wieder auf – zusammen mit den Strohsternen, Christbaumkugeln und Lichterketten, aus Kisten und Koffern, die das Jahr über in den Dachböden und Kellern aufbewahrt wurden. Die Rede ist von Geschichten und allerlei persönlichen Familien-Anekdoten rund um das Weihnachten der „guten alten Zeit“, in der der Christbaum erst am Heiligen Abend aufgestellt wurde und die Adventszeit tatsächlich noch eine „staade Zeit“ war. „Staad“ ist die Zeit des Advents heute sicherlich nicht mehr – doch war sie das jemals wirklich? Oder verklärt sie sich nur in unserer Erinnerung, weil deren Beschreibung in den Geschichten „Wie es früher war“ eine tiefe Sehnsucht nach den wirklich wichtigen Dingen im Leben in uns heraufbeschwört – ganz besonders an Weihnachten?

Mit ihrem bereits 1997 im Nord-Süd-Verlag erschienenen und 2022 wieder neu aufgelegten Bilderbuch „Der Sternenbaum“ erzählt Gisela Cölle die Geschichte eines alten Mannes, der sich daran erinnert, wie Weihnachten früher war. Zusammen mit seinen Geschwistern hatte er damals als Kind goldene Sterne ausgeschnitten und aufgehängt, damit das Christkind den Weg zu ihnen fand. Doch die Stadt, in der er lebt, wird immer lauter. Aufdringliche Leuchtreklamen und blinkende Lichterketten stellen den betagten Mann vor die Frage, wie das Christuskind seinen Weg zu den Menschen heute noch finden kann. Werden die einfachen, gebastelten Sterne des alten Mannes ausreichen, um Gottes Sohn in einer „city, that does’nt sleep“ den Weg zu weisen?

Was als einfache Erzählung beginnt, wird so zur philosophischen Frage für uns alle, nicht nur an Weihnachten: Wie kann die Botschaft der Menschenfreundlichkeit Gottes noch „landen“ in unserer derzeit so zerrissenen Welt, die angesichts der sich drängenden existentiellen Problemen den Halt verloren zu haben scheint? Doch der alte Mann in Gisela Cölles in warmen Farben illustrierter Erzählung lässt sich nicht beirren und macht sich, trotz seiner Ängste und Zweifel, trotz des auftretenden Sturmes (des Lebens), selbst auf den Weg, das Christkind zu suchen. Als der Strom in der ganzen Stadt ausfällt, wird es auf einmal sehr still und dunkel. Nur noch der Mond erleuchtet die Nacht – und der Glanz der Sterne aus Goldpapier, die der unerschütterliche Held vertrauensvoll in einen Baum, auf einem Hügel draußen vor der Stadt, dort „wo Himmel und Erde sich berühren“, gehängt hat. Im Licht des Mondes beginnen sie zu schimmern und locken Alt und Jung hinaus zum Glanz am Horizont, zum „Sternenbaum“ des alten Mannes.

Martin Luther King hat einmal gesagt: „Nur im Dunkeln sieht man die Sterne.“ Doch um diese auch sehen zu können, müssen wir (wieder) aufblicken und uns erinnern. Nicht mit Wehmut, weil früher alles scheinbar „besser“ war, sondern vielmehr mit Mut, Hoffnung und Vertrauen darauf, dass der Stern, der uns durch die Geburt des Christuskindes aufging, uns stets leuchtet und leiten will, ganz besonders hell in den Dunkelheiten unseres Lebens.

Gesprächsimpulse und kreative Ideen zum Buch sind unter www.bistum-eichstaett.de/schule abrufbar.

Cölle, Gisela: „Der Sternenbaum“. Nord-Süd-Verlag, 1997 (9. Auflage 2022), Preis: 16 Euro, ISBN: 978-3-314-10546-3

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