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Bäckertütenaktion zum Internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen

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“Gewalt kommt mir nicht in die Tüte”: Diese Kampagne ist eine Aktion anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen und Mädchen”, der 1999 von den Vereinten Nationen zum internationalen Gedenktag erklärt wurde und weltweit am 25. November begangen wird. Viele Bäckereien im Landkreis beteiligen sich, initiiert von den Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinden vor Ort an dieser Kampagne.

In den beteiligten Gemeinden des Landkreises werden am Mittwoch den 25.11. Backwaren in extra dafür bedruckten Tüten verkauft. Auf diesen Tüten finden sich Telefonnummern, die erst Unterstützung bei drohender oder erlebter häuslicher Gewalt anbieten. Hilfesuchende, von Gewalt betroffene Frauen, können sich sowohl anonym beraten lassen (Hilfetelefon 08000 116 016) oder sich auch konkrete Unterstützung über die Frauenhäuser und Beratungsstellen holen.

Laut einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, vom 10. 11. 2020 wurden 2019, 141.792 Opfer von Partnerschaftsgewalt erfasst, knapp ein Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zu 81% waren Frauen betroffen und zu 19% Männer. Die Hälfte der Opfer lebte zum Tatzeitpunkt mit dem Täter oder der Täterin in einem Haushalt (50,5%).

In der Pressemitteilung nennt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend weiter: „Häusliche Gewalt ist keine Privatsache, sondern es geht um Straftaten. Die Zahlen sind schockierend, denn sie zeigen: An fast jedem dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet.

Und alle 45 Minuten wird – statistisch gesehen – eine Frau Opfer von vollendeter und versuchter gefährlicher Körperverletzung durch Partnerschaftsgewalt. In der Zeit der Corona-Pandemie ist nach den Berichten der Frauenhäuser, Beratungsstellen und Hilfetelefone davon auszugehen, dass häusliche Gewalt eher zunimmt – zumal wir damit rechnen müssen, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt als die Zahl der Polizei-bekannten Fälle.“

Für den Landkreis Neumarkt sagt die Statistik Folgendes für die Stadt und den Landkreis Neumarkt:

LKr NM (davon Stadt NM)

  • 2015: 112 (42) Oberpfalz: 1309
  • 2016: 113 (53) Oberpfalz: 1366
  • 2017: 144 (82) Oberpfalz: 1436
  • 2018: 143 (120) Oberpfalz: 1395
  • 2019: 146 (122) Oberpfalz: 1570

Auf Nachfrage beim Polizeipräsidium Oberpfalz ist Bezug auf die Auswirkungen auf Das Jahr 2020 war bzw. ist von der Corona-Pandemie, insbesondere von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen geprägt. Während der Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr waren die bei der Polizei bekannt gewordenen Fälle Häuslicher Gewalt rückläufig.

Das Anzeigeverhalten im Anschluss ließ die Zahlen dann jedoch wieder auf Vorjahresniveau ansteigen. Ein aussagekräftiger Vergleich der Fälle Häuslicher Gewalt mit Blickrichtung auf die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen in diesem Jahr mit den Vorjahren wird erst im nächsten Jahr zu erwarten sein.

Die Bäckertütenaktion in den Gemeinden wird begleitet von der Gleichstellungsstelle im Landkreis Neumarkt. Bei einem Treffen noch vor dem Novemberlockdown konnten die Bäckertüten an die Vertreterinnen der Gemeinden weitergegeben werden.

In den Gemeinden des Landkreises sind 18 Frauen und 1 Mann mit der Funktion betraut vor Ort Erstansprechpartner zu sein für alle Anliegen und Fragen rund um Chancengleichheit- unabhängig vom jeweiligen Geschlecht. Rat – und Hilfesuchenden kann so Auskunft gegeben und an Fachstellen weitervermittelt werden.

Von Seiten des Landratsamtes werden die Gleichstellungsbeauftragten in den Gemeinden vor Ort seit 8 Jahren von Frau Daniela Herbrecher koordinierend unterstützt.

Mit den Kommunalwahlen in diesem Jahr konnten im Netzwerk „alte“ und „neue“ Ansprechpartnerinnen und ein Ansprechpartner in den Gemeinden vor Ort von Frau Daniela Herbrecher im Netzwerk für Gleichstellungsarbeit begrüßt werden. Dieser Rahmen wurde von dem Arbeitskreis genutzt, sich bei Frau Herbrecher für Ihre Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Neumarkt zu bedanken. Frau Herbrecher hat in diesem Amt in den letzten Jahren sehr viel bewegt. Sie übergibt diese Position nun an Frau Susanne Niebler.

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