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Alles neu in der Gastro-Ausbildung

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IHK und DEHOGA: Neuordnung der HOGA-Berufsbilder soll Nachwuchs begeistern

REGENSBURG. Ein Dauerbrenner für die Unternehmen ist vor allem der Mangel an Arbeitskräften. Was für viele Branchen gilt, trifft insbesondere auch die Tourismusbranche. „Dabei ist sie eine Leitbranche für die Wirtschaft und einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren für den gesamten Freistaat“, betonte IHK-Tourismusreferentin Silke Auer bei einer gemeinsamen Veranstaltung der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim und des DEHOGA Bayern e.V. zur Neuordnung der Berufsbilder im Hotel- und Gastronomiebereich (HOGA). Egal ob Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleister oder regionale Produzenten und Handwerksbetriebe – „es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht vom erfolgreichen Tourismus in der Region profitiert.“ Zu Unrecht kämpfe der Tourismus als Arbeitgeber noch allzu oft mit einem schlechten Ruf. Die jüngste Neuordnung der Ausbildungsberufe, die der DEHOGA-Verband und die IHKs vorangetrieben haben, macht die Branche mit hervorragenden Karriere- und Qualifikationsmöglichkeiten für junge Menschen attraktiv. Aktuell sind im IHK-Bezirk rund 640 Auszubildende in HOGA-Berufen registriert.

Wertschätzung und hohe Vergütung

Seit Anfang August 2022 gibt es im Gastgewerbe sieben statt sechs Ausbildungsberufe – auch sonst brachte die Neuordnung und Modernisierung der Hotel- und Gastronomieberufe inhaltliche und strukturelle Veränderungen mit sich. Die Branche sei mittlerweile bei der Vergütung in den Top Ten der Ausbildungsberufe, sagte DEHOGA-Vizepräsident in Bayern Andreas Brunner. Im Zehn-Jahresvergleich seien die Ausbildungsvergütungen im HOGA-Bereich durchschnittlich um rund 60 Prozent gestiegen. Eine Ausbildung im Tourismus biete heute Wertschätzung, gute Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten, zeigte sich auch Susanne Droux, Geschäftsführerin Berufsbildung und Fachkräftesicherung des DEHOGA Bayern, sicher. Zudem seien Benefits wie Mitarbeiterunterkünfte, Kinderbetreuung, Teilzeit-Angebote und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Branche mittlerweile selbstverständlich.

Was ändert sich?

Droux berichtete über die grundsätzlichen Veränderungen der Ausbildungsberufe. Zudem gab Manuela Heizler, Ausbildungsbotschafterin DEHOGA Bayern für den Landkreis Cham, Tipps für Ausbildungsbetriebe, wie sie die Änderungen in der Praxis umsetzen können. „Alle Ausbildungen sind deutlich moderner gestaltet, so sind Metathemen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit integriert“, erläuterte Droux. Es werde auch verstärkt auf Bereiche Wert gelegt, die in der Branche in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben, wie Verbraucherschutz, Hygiene, Zusammenarbeit im Team, Gastkommunikation oder veränderte Ernährungsgewohnheiten der Gäste. Die jungen Fachkräfte würden zudem besser auf ihre zukünftige Rolle als Führungskräfte vorbereitet. „Bereits in der Erstausbildung erlernen sie die Anleitung von Mitarbeitern, Kalkulation, Verkaufsförderung und Vertrieb sowie wirtschaftliches Denken“, so Droux.

Außerdem könnten Ausbildungsbetriebe und Azubis erstmals bundeseinheitliche Zusatzqualifikationen vereinbaren: Für den Beruf Koch die Qualifikation „Vertiefung vegetarische und vegane Küche“ und für die dreijährigen Gastro- und Hotelberufe die Fortbildung „Bar und Wein“. Sowohl für Ausbildungsbetriebe als auch für Azubis gilt: Das Angebot der Zusatzqualifikationen sowie das Absolvieren ist freiwillig. Neu sei außerdem der zweijährige Ausbildungsberuf „Fachkraft Küche“. Erstmals gebe es damit einen zweijährigen Ausbildungsberuf speziell für die Arbeit in der Küche. „Die neue Ausbildung ist theoriereduziert und richtet sich insbesondere an Jugendliche, deren Stärken eher im Praktischen liegen oder die zum Beispiel sprachliche oder soziale Defizite haben“, betonte Ausbildungsbotschafterin Heizler.

Neue Mitarbeiter für den Tourismus

Zudem startete Anfang des Jahres die groß angelegte Imagekampagne #wirmachenurlaub, die im Namen und Auftrag der gesamten bayerischen Tourismuswirtschaft umgesetzt wurde. Die Botschaft, die sich vor allem auch an potenzielle Bewerberinnen und Bewerber richtet: „Tourismus in Bayern ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Garant für hohe Lebensqualität – und ein äußerst attraktiver Arbeitgeber“, betonte Susanne Droux. Auf der Kampagnenseite die-tourismusbranche.bayern inklusive Arbeitgeberportal können sich alle touristischen Betriebe im Freistaat mit einem eigenen Eintrag als moderne, innovative Arbeitgeber präsentieren und auf offene Stellenanzeigen verlinken.

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