Tschechien Tipps: zwischen Prag, Rozvadov und Karlsbad

Die Grenze zur Tschechischen Republik liegt nur eine etwa einstündige Autofahrt von Neumarkt entfernt, ein Ausflug ins Nachbarland bietet sich durchaus als entspannter Wochenendtrip an. Gerade jetzt zur warmen Jahreszeit bereitet ein Stadtbummel im historischen Ambiente Prags oder an den Karlsbader Heilquellen besonderes Vergnügen, denn die berühmten historischen Orte locken nebenbei mit herrlich natürlichen Grünflächen und atmosphärischen Biergärten. Direkt hinter der Grenze liegt, ganz nah, außerdem ein Juwel für echte Spielernaturen.

 

Doch zunächst zur alten Kurstadt Karlsbad, die nach etwas mehr als zwei Stunden Fahrt erreichbar ist: Die Geschichte dieses äußerst traditionsreichen Ortes reicht bis in die Urzeit zurück, die erste Thermalquelle entdeckte laut einer alten Sage im 14. Jahrhundert ein durstiger Hirsch, der mit den Hufen in der Erde wühlte. Nach einem Spaziergang durch die berühmten Kolonnaden erreichen Kurgäste und Besucher die heilenden Quellen; der erste dieser schattenspendenden Wandelgänge entstand im Jahr 1880 und präsentiert sich heute im frisch renovierten Zustand. Gleich darauf folgte die 132 Meter lange Mühlbrunnkolonnade im Stil der Neorenaissance mit ästhetischem Säulen- und Skulpturenschmuck im antiken Gewand. Auch die schweizerisch anmutende Holzkolonnade am Marktbrunnen hat dank fleißiger Wartungs- und Renovierungsarbeiten bereits mehr als 130 Jahre überstanden und gilt als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser denkwürdigen Stadt. Wen es stattdessen eher ins Grüne zieht, der profitiert von den insgesamt weit über 100 km langen Wanderwegen in den Kurwäldern der Stadt. Auf den hervorragend beschilderten Pfaden gelangen Spaziergänger beispielsweise zu einem der zahlreichen Aussichtstürme, die einen herrlichen Panoramablick auf Karlsbad und seine idyllische Umgebung bieten.

Nur wenig mehr als eine Stunde dauert die Fahrt von Neumarkt bis nach Rozvadov, einem beschaulichen Dörfchen kurz hinter dem Grenzübergang Waidhaus an der E50, auf direktem Weg nach Prag. Es besitzt eine Autobahnraststätte, ein paar Spielhallen und immerhin ganze zwei Casinos, nämlich das Casino Admiral und das King’s Casino als größte Spielbank Europas. Für einen ersten Besuch in Rozvadov lohnt es sich also, die Eigenheiten dieses speziellen Ortes im Auge zu behalten und sich mental gut vorzubereiten: An den Spieltischen kann jeder kleine Neueinsteiger unverhofft auf einen echten Profispieler treffen – und ihn vielleicht sogar grandios besiegen.

Seit 2005 finden im kleinen Grenzort regelmäßig Pokerturniere statt, das zum King’s Casino gehörende Hotel dient als Residenz für Urlauber aller Art. Kein Wunder, denn der Gründer dieses außergewöhnlichen Etablissements heißt Leon Tsoukernik, er dürfte Kennern der Szene aus der Serie »German High Roller« auf Sport1 bekannt sein und gilt selbst als leidenschaftlicher Pokerspieler. Das Casino schmückt sich mit moderner, eher puristischer Architektur. Die Kellner versorgen ihre Gäste mit Gratis-Getränken und gegen Abend geht es an den Pokertischen richtig hoch her.

 

Um die altehrwürdige Stadt Prag mit ihren Brücken, Denkmälern und prunkvollen Gebäuden zu erkunden, lohnt sich auch eine fast dreistündige Anfahrt. Für den ersten Besuch an diesem wundervollen Ort empfiehlt es sich an einer professionellen Stadtführung teilzunehmen, entweder mit Fokus auf die wichtigsten architektonischen Sehenswürdigkeiten oder die uralten Prager Legenden. Wer die Erkundungstour auf eigene Faust durchziehen möchte, der beginnt vorzugsweise am Altstädter Ring, der mit prächtigen Gebäuden wie der bekannten St.-Nikolaus-Kirche und dem Palais Kinsky protzt. Am mächtigen Rathaus bewundern Touristen nicht nur die architektonischen Feinheiten, sondern auch die markante astronomische Uhr mit ihrem goldverzierten Ziffernblatt. Vom Rathausturm aus ergibt sich ein herrlicher Ausblick über die malerische Altstadt.

Prag wartet daneben noch mit sehr viel mehr Türmen auf, darunter befindet sich zum Beispiel der Pulverturm als ehemalige Lagerstätte für Schießpulver. Auch der Wenzelplatz gehört zu den namhaften Stätten der tschechischen Hauptstadt, er misst in der Länge mehr als 700 Meter und punktet mit zahlreichen Shopping-Gelegenheiten. Für eine wohlverdiente Pause im Grünen bietet sich einer der schön angelegten Biergärten an, beispielsweise der Na Květnici am Nusler Rathaus, wo Erholungssuchende unter hohen Kastanienbäumen weilen – oder im Letná-Park mit Blick auf das idyllische Moldautal.

 

Echte Gourmets lassen natürlich auch die kulinarischen Köstlichkeiten unseres schönen Nachbarlandes nicht außer Acht. Die Tschechen brauen zum Beispiel hervorragende Biere, die sogar einem waschechten Bayern munden. Auch das Nationalgericht Svícková na smetane sollte keinesfalls auf der Urlaubsspeisekarte fehlen, der zarte Lendenbraten mit Preiselbeeren und Schlagsahne eroberte bereits dauerhaft manches Herz und unzählbar viele hungrige Mägen.

 

 

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