„Sonntagsführung für jedermann“ – Neumarkt im Ersten Weltkrieg

Neumarkt im Ersten Weltkrieg – 1917: Reservelazarett und Kriegsgefangenenlager in der Stadt, so lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung des Stadtmuseums Neumarkt. Wo waren diese für mehrere Hundert Personen angelegten Lager, von wann bis wann gab es sie, wie waren sie belegt, woher kamen und gingen die Patienten, das Personal oder die Gefangenen, welche persönlichen Schicksale waren mit dem Aufenthalt in der Perle der Oberpfalz verbunden und welche Interaktionen mit der Bevölkerung fanden statt?

All diesen und noch weiteren Fragen geht die Sonntagsführung von Stadtarchivar Dr. Frank Präger nach, die am 2. Juli im Stadtmuseum Neumarkt, Adolf-Kolping Straße 4, zweimal von 13.30 bis 15.00 Uhr und von 15.00 bis 16.30 Uhr angeboten wird. Da für beide Führungen je 15 Teilnehmer als Höchstgrenze vorgesehen sind, empfiehlt sich eine Anmeldung. Sollten noch freie Plätze vorhanden sein, kann auch spontan teilgenommen werden.

 

Foto: Auf den ersten Blick wie ein idyllisches Ferienlager wirken die Baracken, hinter denen das Türmchen der Sankt Anna Kirche hervorspitzt, rechts die Gebäude des Stadtkrankenhauses Neumarkt. Doch die Idylle trügt. Die gemütlich sitzenden Soldaten sind im Fronteinsatz verwundete oder kranke Soldaten von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, die hier – im Reservelazarett Neumarkt – durch medizinische Behandlung und notwendige Erholung möglichst bald wieder frontdiensttauglich gemacht werden sollten. Das zumindest war die Zielvorgabe der Militärbehörden. Das Foto entstand wohl bereits 1914 und erlebte als Ansichtskarte im Schwarz-Weiß-Druck bzw. als Farbdruck bis 1918 noch vier Neuauflagen, hier als später Farbdruck aus der Sammlung von Karl Inderst.

 

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