Gemeinde Berg will neues Bauland bereitstellen - Verkehrsinfrastruktur weiterentwickeln

Die Gemeinde Berg soll nach den Vorstellungen von Bürgermeister Helmut Himmler erheblich in die Verkehrsinfrastruktur, in neues Bauland sowie die Weiterentwicklung der Feuerwehren investieren. Das waren die wichtigsten Vorgaben für eine geplante Besichtigungsfahrt des Gemeinderates, die aber wegen starken Schneefalls weitgehend im Rathaussaal sowie im Feuerwehrzentrum an der Hausheimer Straße stattfinden musste.

Beim Thema „Modernisierung und Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur“ informierte der Rathauschef über die anstehenden Planungen des Staatlichen Bauamtes Regensburg zur Ortsumfahrung Berg sowie die Sanierung der Staatsstraße 2240 im Abschnitt Oberölsbach – Schleifmühle an der Bezirksgrenze Oberpfalz-Mittelfranken. Für die Spange Oberölsbach-Kreisverkehr Unterölsbach arbeite die Tiefbauabteilung am Landratsamt ebenfalls an den konkreten Planungen zur Entlastung der Ortsdurchfahrt Oberölsbach der Kreisstraße NM 9. Darüber hinaus werde die Fahrbahn der A3 zwischen Oberölsbach und Altdorf in den kommenden Jahren saniert und für Unterölsbach könne der Lärmschutz durch einen Erdwall in Richtung Schleifmühle verlängert werden.

 

Das Straßennetz der Gemeinde mit 120 Kilometer asphaltierten Orts- und Gemeindeverbindungsstraßen sei in gutem Zustand. Gleichwohl müsse man bei einer Lebensdauer der Straßen von rund 40 Jahren pro Jahr ca. drei Straßenkilometer sanieren oder gar neu bauen. Mit dieser stetigen Vorgehensweise könne das kommunale Straßennetz laufend erneuert und solide finanziert werden. Gute Straßen in der Flächengemeinde Berg seien schließlich ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit der Bürgerinnen und Bürger in der Pendlerkommune.

 

Gemäß dieser Zielsetzung plane die Gemeinde die Erneuerung folgender Ortsverbindungsstraßen: Gnadenberg-Klostermühle-Staatsstraße 2240, Kadenzhofen – Gemeindegrenze Pilsach, Häuselstein – Mauertsmühle/Eismannsberg (Stadt Altdorf), Berg – Unterwall. All diese Projekte – für die Gemeindeingenieur Bernhard Birgmeier die Vorarbeiten geleistet hatte, seien kostenträchtige Tiefbaumaßnahmen mit möglichen Teilfinanzierungen aus sog. FAG-Mitteln des Freistaates Bayern.

 

Bürgermeister Helmut Himmler präsentierte dem Gemeinderat erstmals Pläne zur weiteren Aktivierung von Bauland in erheblichem Umfang in den Bereichen Berg und Sindlbach – also den größten Orten der Gemeinde mit guter Infrastruktur. Neben den Baugebieten „Am Donnerschlag“ und dem vorgesehenen großen Baugebiet „Am Sportplatz“ in Sindlbach soll nach den Vorstellungen des Bürgermeisters bei Berg ein sehr großes Baugebiet mit optimaler Verkehrsanbindung sowohl nach Neumarkt als auch in den Großraum Nürnberg entstehen. Das Neun-Millionen-Projekt sei aber kostenmäßig nur darstellbar, sofern eine Größenordnung mit weit über hundert Bauparzellen realisiert werden kann.

 

Man wolle in erster Linie den jungen Leuten in der Gemeinde im Rahmen des Berger Familienmodells günstiges Bauland zur Verfügung stellen und darüber hinaus gemäß der Strategie eines stetigen, begrenzten Bevölkerungswachstums auch bewusst Zuzug von außen nach Berg. Das sei unabdingbar erforderlich, da in den Gemeinden inzwischen die jährlichen Sterbefälle deutlich über den Geburtenzahlen liegen. Die Gemeinden seien – ob man wolle oder nicht - längst in einem Wettbewerb um junge Familien und damit die künftigen Gemeindebürger mit Kindern sowie die guten Steuerzahler des Mittelstandes. In dieser Hinsicht habe man im Landkreis und im angrenzenden Nürnberger Land starke Wettbewerber. Nur attraktive Gemeinden mit guter sozialer und technischer Infrastruktur, optimaler Familien-, Kultur-, Freizeit-, Arbeits-, Bildungs- und Familienangeboten mitsamt einer intakten Umwelt seien daher gut für die Anforderungen der Zukunft gerüstet.

 

Die Mitglieder des Berger Gemeinderates waren nach der erstmaligen Präsentation der Entwicklungsoptionen mitsamt des riesigen möglichen Baugebietes erstaunt und so manche Ratsmitglieder konnten sich mit den präsentierten Optionen nicht bzw. noch nicht so recht anfreunden. Man solle auch die Entwicklung in den Dörfern im Auge behalten und dort Baumöglichkeiten für junge Leute sichern, denn diese wollten in der Regel im Heimatort bleiben. Himmler sieht gegenüber dieser Zielsetzung keinen Konflikt, da man es in guter Zusammenarbeit mit dem Landratsamt immer schaffe, das Bauen im Innenbereich mit Verdichtung der Bausubstanz oder an der Peripherie der Dörfer zu ermöglichen. Es solle aber bei der Zielsetzung bleiben, den Charakter der Dörfer mit zurückhaltender baulicher Entwicklung zu erhalten und die großen Baugebiete in den großen Orten zu realisieren.

 

In diesem Jahr soll am Bauhof eine weitere Stahllagerhalle mit Schüttgutlagerboxen gebaut werden. Die problemlos erweiterbare Lagerhalle mit einer Länge von 30m, einer Breite von 15m sowie einer Traufhöhe von 5,56 Metern soll – so Ingenieur Birgmeier – mit Industrieboden, Stahltrapezblechdach, vier Rolltoren und zwei Nebeneingangstüren ausgestattet werden. Die Halle sei – so Himmler – nach den vielfältigen Anschaffungen der letzten Jahre und die Unterbringung der Ortsgruppe Berg-Oberölsbach des BRK erforderlich. Mit dieser Hochbaumaßnahme habe man nach derzeitiger Einschätzung für die kommenden Jahrzehnte alle räumlichen Kapazitäten für den kommunalen Bauhof, der vor vier Jahren umfassend modernisiert worden war.

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