Der Winterhimmel zeigt sich bei klirrender Kälte besonders klar

Einige eiserne Sterngucker treffen sich jedes Jahr meist am dunkel gelegenen Stöckelberg nach den Feiertagen zur traditionellen Weihnachtsbeobachtung. Hierbei entstand dieses Bild des Winterhimmels, das aus einem Stack von vier Bildern im oberen Bereich, um mehr Detailreichtum zu erhalten, und einem Einzelbild vom Horizont, damit die Größenverhältnisse des dargestellten Sternbildes ersichtlich werden, zusammengesetzt ist.

Das Sternbild Orion ist die auffälligste, dominierende Konstellation am winterlichen Himmel. Darin befindet sich der Orionnebel (2), welcher eine Geburtsstätte von Sternen darstellt. Im Teleskop lassen sich charakteristische, verwobene Gasstrukturen erkennen. Diese werden z.T. von Sternen angeleuchtet, aber hauptsächlich durch den Sonnenwind dieser selbst zum Leuchten angeregt (Emissionsnebel). Der Orionnebel ist der einzige mit dem bloßen Auge erkennbare Nebel, der im Teleskop deutlich Farben zeigt, da er hell genug erscheint, um von den Zapfen der Netzhaut, die das Farbsehen ermöglichen, wahrgenommen werden zu können. Trotzdem ist er als nebelige Struktur erstmal 1610, im Jahre der Erfindung des Teleskops, einem Franzosen, Nicolas-Claude Fabri de Peiresc aufgefallen.

 

Der Orionnebel befindet sich im Schwertgehänge des gleichnamigen Sternbildes, dessen drei in einer Linie stehende Gürtelsterne sehr markant sind. In einigen Milliarden Jahren wird der Orionnebel sich ähnlich entwickelt haben wie die der offene Sternhaufen junger blauer Sterne, die Plejaden (3) oder auch das Siebengestirn genannt. Links vom hellsten Stern des Nachthimmels, Sirius (1) zieht sich das Band der winterlichen Milchstraße über den Orion hinweg in den Zenit. Diese Milliarden Sonnen einer Spiralgalaxie, in der auch unsere Sonne beheimatet ist, zeigen sich erst im Feldstecher als kleine Lichtpünktchen. Leider lässt sich die Milchstraße nur noch an von Städten abgewandten Orten beobachten, da die Lichtverschmutzung unsinniger Weise immer mehr zunimmt.

 

Sirius ist einer der nächstgelegenen Sterne mit acht Lichtjahren Entfernung. Das bedeutet, dass wir diesen Stern so sehen, wie er vor acht Jahren ausgesehen hat, da das Licht so lange benötigt, um bis zu uns durch den Weltraum vorzudringen. Ein Lichtjahr entspricht einer Entfernung von ca. 10 Billionen Kilometern. Derzeit ist am Abendhimmel nur der Planet Venus heller, welcher in westlicher Richtung in Horizontnähe auszumachen ist.

 

Diese zeigt auf der Sternwarte im Teleskop deutliche Phasen wie der Mond, da sie der Sonne näher steht als unserer Erde und damit von der Sonne unterschiedlich beleuchtet erscheinen kann. Diese und viele weitere Objekte lassen sich mit warmer Kleidung jeden Freitag auf der Sternwarte am Höhenberg ab 20.00 Uhr bei klarem Himmel (vgl. www.sternwarte-neumarkt.de) beobachten.

 

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