Racklburgweg Mitterrohrenstadt-Wünricht ist fertig

In den Versammlungen der Jagdgenossenschaften Stöckelsberg und Häuselstein wurde in den letzten Jahren die Idee geboren, den historischen Weg von Mitterrohrenstadt zum Standort der ehemaligen Racklburg durch steiles Waldgebiet naturverträglich auszubauen. Der Weg liegt nämlich im Landschaftsschutzgebiet "Rohrenstädter Bachtal."

 

 

Das Kooperationsprojekt wurde von den beiden Jagdgenossenshaften und der Gemeinde Berg im Rahmen des Berger Wegebau-Finanzierung-Modells im Herbst realisiert und mit dem Aufbau einer Informationstafel unweit der ehemaligen Racklburg jetzt abgeschlossen.

Bürgermeister Helmut Himmler dankte den Jagdgenossen in Stöckelsberg-Rohrenstadt und Häuselstein für die Durchführung des "großartigen Projektes auf geschichtsträchtigem Grund." Auf dem nunmehr ausgebauten Waldweg seien im Mittelalter nicht nur die Ritter zur bzw. von der Racklburg in Rohrenstädter Tal geritten. Die Waldbewirtschaftung sei durch den Weg erleichtert worden und inbesondere die vielen Wanderer durch das Rohrenstädter Tal in der Gemeinde Berg fänden jetzt und in der Zukunft einen famosen Wanderweg vor. Bei der Kirche St. Coloman in Oberrohrenstadt wurde ebenfalls eine weitere Informationstafel aufgestellt.



Rohrenstadt: Entstehung – Racklburg – Schloss

Name – Entstehung

Die Entstehung Oberrohrenstadts wird im Zeitraum 600 – 900 n. Chr. vermutet. Die erste Siedlung entstand in Oberrohrenstadt, Unter- und Mitterrohrenstadt wurden etwas später besiedelt.

Rohrenstadt: „Rohr“ (Schilfrohr); „stad“ (ruhiges Gewässer – Rohrenstädter Bach)

Die Herren von „Rornstatt“

Die ab 1250 urkundlich nachweisbaren Herren von Rornstatt waren ein bedeutendes Geschlecht und sie herrschten auf mehreren Burgen in der Oberpfalz. Das Wappen der Rohrenstätter ist ein Schild, das von links oben nach rechts unten geteilt ist. Das obere Feld ist gelb, das untere in schwarz gehalten. Der erste bekannte Vertreter aus dem Geschlecht der Ronrstätter soll Domherr zu Regensburg gewesen sein. 1412 ist ein Albrecht von Rornstatt als Schultheiß der Stadt Neumarkt erwähnt. Die Herren von Rohrnstatt übten das Patronatsrecht über die Schule und die Kirche aus. Unter ihrer Herrschaft wurde 1440 die erste Kirche in Oberrohrenstadt erbaut. Der Turm dieses Bauwerks ist in seiner ursprünglichen Form noch heute erhalten. Die jetzige Kirche St. Coloman wurde an ihn angebaut. Der letzte aus dem Geschlecht der Rohrnstätter, Georg von Rornstatt, verkaufte 1522 sein im Landshuter Erbfolgekrieg zum Teil zerstörtes Eigentum an den bayerischen Herzog Ludwig. Auf das Geschlecht der Rornstätter folgte das Geschlecht der Ratzen. Sie hatten ihre Stammburg zwischen Wappeltshofen und Eismannsberg, oberhalb der Mauertsmühle. Auch das Geschlecht der Ratzen ist ausgestorben. An sie erinnert jedoch immer noch der Flurname „Ratzenholz“.

Die Racklburg

Der Stammsitz der Rohrenstätter stand auf dem Berg zwischen Mitterrohrenstadt und Wünricht. Der Platz wird „Racklburg“ genannt und ist heute nur noch ein Steinhaufen. Er verweist auf die Zeit vor rund 600 Jahren im Mittelalter bzw. die Epoche der Ritter.

Zerstörung der Burg und Bau des Schlosses Oberrohrenstadt

Nach dem 30jährigen Krieg (1618 -1648) vernichteten Soldaten, Hungersnöte und die Pest das Land und auch die Burg. Die Burgherren bauten die zerstörte Burg auf der Anhöhe nicht mehr auf. Sie errichteten stattdessen ein kleines Wasserschloss im Tal, das heute noch steht und mehrfach saniert wurde. Das Denkmal im Privatbesitz ist ein dreigeschossiges Weiherhaus mit Treppengiebeln und war von einem Wassergraben umgeben.

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