Julius-Hirsch-Preis für Schwarzachtal-Schule Berg und WGG Neumarkt - Eintrag ins „Goldene Buch“ - Projekt Menschenpflichten in Vorbereitung

Der Bürgermeister der Gemeinde Berg informierte den Berger Gemeinderat zu Beginn der letzten Ratssitzung über das geplante Projekt „Platz der Menschenpflichten“ auf dem Sophie-Scholl-Platz in Berg, welches - wenn möglich - in Kooperation mit der Schwarzachtal-Schule Berg umgesetzt werden soll. Am 11.11.2016 stellte Bürgermeister Himmler bei einer Lehrerkonferenz an der Berger Schule die Idee dieses Projektes vor.

Zum weiteren Vorgehen dieses angedachten Projektes teilt er dem Gemeinderat mit, dass an der Schule nun Ideen zur möglichen Umsetzung dieses Projektes gesammelt werden. Ziel des zeitlich nicht fixierten Projektes sei die Erarbeitung von universell geltenden Menschenpflichten durch die Schülerinnen und Schüler. Die Arbeitsergebnisse könnten dann am Sophie-Scholl-Platz - im öffentlichen Raum in der Mitte der Gemeinde - bleibend präsentiert werden, z.B. in Form eines Kunstwerkes.

 

Jeder Mensch in der Gesellschaft habe neben den verinnerlichten Rechten - die man hinreichend kenne - selbstverständlich und unabdingbar auch Pflichten und nur durch Wahrnehmung von Pflichten könne eine freiheitliche Gesellschaft funktionieren und Bestand haben. Gerade in der aktuell aufgewühlten, unübersichtlichen und konflikthaltigen Situation im Land sei es gut und wichtig, sich mit solchen Themen zu befassen.

 

Julius-Hirsch-Preis

 

Als Anerkennung für die Organisation der Projektwoche „Abpfiff: Rassismus im Fußball …, nicht mit uns“ im Schuljahr 2015/2016 erhielten die Schwarzachtal-Schule Berg und das Willibald-Gluck-Gymnasium Neumarkt den Julius-Hirsch-Preis. Im Rahmen einer Feierstunde im alten Rathaus in Hannover wurden am 11.10.2016 diese beiden Schulen für ihr herausragendes Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen Rassismus, Homophobie und Diskriminierung im Fußball mit diesem Preis des DFB ausgezeichnet. Unter den 146 Bewerbern wählte die Jury das „Abpfiff“-Projekt dieser Schulen als dritten Preisträger nach Einrichtungen aus Berlin und Hamburg aus. Die Neumarkt-Berger Delegation mit den Lehrkräften Andrea und Markus Fügl sowie Dr. Thomas J. Kraus nahm mit einigen Schülern die Urkunde, Glückwünsche und das Preisgeld in Höhe von 7.000 Euro entgegen. Vor Beginn dieser Gemeinderatssitzung würdigte Bürgermeister Helmut Himmler diese Auszeichnung durch die Gemeinde Berg mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde. Hierzu waren die Lehrkräfte Herr Dr. Thomas J. Kraus vom WGG Neumarkt, Frau Andrea Fügl und Herr Markus Fügl von der Schwarzachtal-Schule Berg sowie Schülerinnen und Schüler der beiden Schulen anwesend.

 

Der Julius-Hirsch-Preis ist eine vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gestiftete Auszeichnung. Der DFB ehrt damit Personen und Organisationen, die in besonderer Weise ihre gesellschaftliche Position nutzen, um sich für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit einzusetzen. Der Preis erinnert an das Schicksal des siebenfachen deutschen Nationalspielers Julius Hirsch, der 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft aus seinem Verein, dem Karlsruher FV, ausgeschlossen und 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde.

 

Der Preis wurde am 13. September 2005 ins Leben gerufen. Mit der Stiftung des Julius-Hirsch-Preises möchte der DFB nicht nur der Opfer gedenken, sondern auch ein Zeichen für die Unverletzbarkeit und der Würde des Menschen setzen.

 

Der Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert und wird anteilig, je nach Platzierung, an die drei Preisträger verteilt.

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