Schwarze Rauchwolke über dem Firmengelände

Wer am vergangenen Donnerstag-vormittag am Europoles-Hauptsitz in der Ingolstädter Straße vorbeikam oder mit dem Zug auf der benachbarten Bahnstrecke unterwegs war, der konnte eine dichte schwarze Rauchwolke über dem Firmengelände beobachten. Grund zur Panik bestand allerdings nicht, denn die Rauchentwicklung war keineswegs die Folge eines Großbrandes. Vielmehr wurde auf dem Gelände ein spektakulärer Brandversuch durchgeführt.

Gut ein Jahr ist es bereits her, dass Europoles mit der Entwicklung von Helikopterlandeplätzen neue Wege beschritten hat – und das Geschäftsfeld hat sich hervorragend entwickelt: Die Schweizer Tochtergesellschaft Europoles Suisse hat sich in der Branche als Generalunternehmer für die Konzeption, Produktion und Inbetriebnahme von Heliplattformen einen Namen gemacht. Am Donnerstag wurde das Produkt nun einem absoluten Härtetest unterzogen. Ziel war es, die Aluminiumprofile der Plattform, also den eigentlichen Landeuntergrund des Helikopters, hinsichtlich der Brandschutzssicherheit zu zertifizieren. Denn sollte es in der Realität zu einem Crashszenario eines vollgetankten Hubschraubers auf der Plattform kommen, wäre die gesamte Konstruktion extremen Belastungen ausgesetzt.


In Begleitung des Neumarkter Stadtbrandinspektors Manfred Meier sowie eines Werkstoffprüfers der akkreditierten Prüf- und Inspektionsstelle gbd LAB und unter den wachsamen Augen der hauseigenen Werksfeuerwehr konnte der Brandversuch starten. Dazu wurde zuerst ein ca. 1,5 x 1,5 Meter großes Teilstück der Helikopterlandefläche dicht eingerahmt und mit gut 50 Litern Kerosin bedeckt. Nach dem Entzünden des Treibstoffs durch Projektleiter Quirin Pietta wurde das Verhalten der Plattform genau unter die Lupe genommen, während Flammen und Rauch in den Himmel stiegen. Nach wenigen Minuten wurde das Feuer dann von der Werksfeuerwehr mit Löschschaum erstickt.

 

Nach dem ersten erfolgreichen Versuch – die Aluminiumprofile hatten sich wie gewünscht verhalten – folgte ein weiterer noch extremerer Test. Die Verantwortlichen hatten ein zweites Teilstück der Landefläche mit einem Prüfgewicht von gut drei Tonnen Beton beladen. Dieses Gewicht simuliert die Last, die ein Helikopter durchschnittlich auf die Plattform ausübt. „Damit haben wir das Profil an sein kalkuliertes statisches Limit gebraucht, um es unter Extrembelastung für den Havariefall eines Helikopters testen zu können“, erklärte Projektleiter Pietta den Versuchsaufbau. Und auch diesen spektakulären Brandversuch bestand die Helikopterplattform mit Bravour. „Wir sind sehr zufrieden mit der Konstruktion“, freuten sich Pietta und Entwicklungsingenieur Daniel Brasser „denn wir wollen unseren Kunden nur das Beste anbieten, um auch die größtmögliche Sicherheit garantieren zu können. Durch den Brandversuch und die daraus folgende Zertifizierung haben wir einen weiteren wichtigen Schritt gemacht.“

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