Weiterer Steinbruch in Bischberg? - Bürgermeister Himmler spricht von grober Rücksichtslosigkeit

In der Gemeinde Berg kommt es demnächst wohl unausweichlich zu einem Zielkonflikt zwischen der Gemeinde und der Firma Geiger Stein- und Schotterwerke Kinding/Pfraundorf. Diese hat nach Angaben von Bürgermeister Helmut Himmler am 08. November 2016 der Gemeinde Berg einen „Antrag auf Abgrabungs-genehmigung“ auf dem Grundstück Fl.-Nr. 783, Gemarkung Sindlbach mit einer Fläche von 36.400 Quadratmeter zugeschickt.

Der Bürgermeister qualifiziert dieses Ansinnen der Firma vor dem Hintergrund der bereits bestehenden Belastungen des Geiger-Steinbruchs als grobe Rücksichtslosigkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürger in Bischberg und das werde man so ganz sicher nicht hinnehmen. De facto würde nämlich an der Bischberger Straße ein weiterer „Krater“ mit einer Tiefe von bis zu 41 Meter unter Geländeoberkante entstehen. Das Gesteinsmaterial aus diesem Gebiet soll direkt zu Baustellen verfrachtet oder bei hochwertigen Gesteinsschichten zur weiteren Aufbereitung mit LKWs in den bestehenden Steinbruch auf der anderen Seite von Bischberg transportiert. Der LKW-Verkehr in Bischberg würde demzufolge bei Realisierung des Vorhabens erheblich ausgeweitet.

 

Geplant ist eine Abbaumenge von 100.000 Tonnen pro Jahr über einen Zeitraum von mindestens 10 bis 15 Jahren. Das geschätzte Abbauvolumen wird im Antrag mit 775.000 Kubikmeter angegeben.

 

Bürgermeister Helmut Himmler sagt zum Hintergrund des eingereichten Antrages, dass sein Verhältnis mit der Firma Geiger schon länger „vergiftet“ sei. Insbesondere als man die Firma wegen der laufend verdreckten und unzumutbaren Straßen der LKW-Transportroute zum Bau einer Reifenwaschanlage verpflichtet habe, sei das zuvor gute Klima in das Gegenteil umgeschlagen. Mit dem jetzt eingereichten Antrag seien die Firmenvertreter bereits vor zwei Jahren zu einer Besprechung im Rathaus gewesen. Damals habe er unmissverständlich erklärt, dass die zusätzliche Gesteinsabbaufläche den ohnehin mit Lärm, Staub und Dreck belasteten Bischberger Bürgerinnen und Bürgern keinesfalls zugemutet werden könne. Die Firma würde bei Durchsetzung einer weiteren Abbaustätte jedwede Akzeptanz für den ohnehin konflikthaltigen Steinbruchbetrieb verlieren und er werde als Bürgermeister eine zusätzliche Abbaufläche keinesfalls akzeptieren. Wirtschaftliche Interessen seien immer den abzuwägen gegen die berechtigten Interessen der Menschen im Dorf auf ein Mindestmaß an Lebensqualität. Rücksichtsloses Profitstreben auf Kosten von Menschen werde letztlich immer scheitern und sei nicht akzeptabel.

 

Himmler will den vorliegenden Antrag der Firma Geiger vor Behandlung im Gemeinderat den Bischberger Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Gemeinderat vor Ort erläutern und mit den betroffenen Anwohnern diskutieren. In seinem Einladungsschreiben formuliert der Rathauschef auch das Ziel der Versammlung am kommenden Mittwoch um 18:00 Uhr in aller Klarheit: „Wir müssen uns gegen diese untragbare Planung der Firma Geiger wehren!“

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