Zoll, Bundespolizei, Tschechische Polizei und Schleierfahnder kontrollieren gemeinsam in den Zügen

Einsatzkräfte steigen in einen Zug ein
Einsatzkräfte steigen in einen Zug ein

Furth im Wald - Die grenzüberschreitende Kriminalität wirksam zu bekämpfen ist das Ziel sowohl der Landespolizei als auch der Bundespolizei und des Zolls. Neben umfangreichen Fahndungsaktivitäten in eigener Zuständigkeit führen sie immer wieder auch gemeinsame Kontrollmaßnahmen unter wechselnder Einsatzleitung durch. Dieses Mal wirkten auch Angehörigen der tschechischen Polizei bei diesen Kontrollen mit.

Am vergangenen Sonntag, 31.07.2016, kontrollierten die Beamten der vier Sicherheitsbehörden die grenzüberschreitenden Züge (Prag-München) und die grenznahen Züge zwischen Furth im Wald und Schwandorf. Der Einsatzleiter, PR Thomas Hecht, legte den Schwerpunkt der Kontrolle auf die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Rauschgift- und Eigentumskriminalität, aber auch auf die Verhinderung der illegalen Einreise.

 

Die Liste der festgestellten Delikte reichte von der unerlaubter Einreise, Waffenrechtsverstößen, Steuerhinterziehung, Unterschlagung, Fahren unter dem Einfluss berauschender Mittel, mehrfachen Feststellungen des Drogenschmuggels, bis hin zum Vollzug von Haftbefehlen.

 

Insbesondere der Einsatz von zur Personenabsuche geeigneten Rauschgifthunden der Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) des Zolls in Furth im Wald war ein hervorragendes Einsatzmittel zur Feststellung von Rauschgiftschmugglern in den Zügen.

 

Die Hunde leisteten beste Arbeit und hierdurch konnten insgesamt sieben Drogenschmuggler in den Zügen festgenommen werden.

 

Zusammengefasst waren es zwei deutsche, zwei portugiesische, ein österreichischer, ein tschechischer und ein amerikanischer Staatsangehöriger, welche beim Versuch des Schmuggels von Marihuana in Mengen zwischen einem und zehn Gramm erwischt wurden.

Nach Anzeigenaufnahme, Beschlagnahme des Rauschgifts, erkennungsdienstlicher Behandlung und Einbehaltung einer Sicherheitsleistung bei den ausländischen Tätern, konnten sie ihre Reise in den nächsten Zügen fortsetzen.

 

Rätsel gibt bis jetzt den Beamten noch der Fund einer Handtasche, versteckt in einem versperrten Hohlraum des Zuges, auf. In der Handtasche befanden sich neben einem ungarischen Personalausweis, welcher wegen Diebstahl zur Fahndung ausgeschrieben ist, ein Paket mit rund 800 Gramm weißem Pulver. Ein Drogenschnelltest verlief jedoch daran negativ. Deshalb besteht der Verdacht, dass es sich um ein sog. Streckmittel für Rauschgift handeln könnte. Zudem befand sich in der Tasche ein Fläschchen mit ca. 20 ml Flüssigkeit darin. Hier schlug der Test auf Amphetamin an. Die Ermittlungen diesbezüglich werden durch die KEV Furth im Wald geführt und dauern noch länger an.

 

Ein 51-jähriger Türke reiste mit zwei Freunden und drei aus dem Rotlichtmilieu stammenden Frauen ins Bundesgebiet ein. Bei der Überprüfung stellten die Beamten der Fahndungsgruppe Furth im Wald fest, dass gleich fünf offene Haftfehle gegen ihn bestanden. Der Türke wurde sofort verhaftet und zur Polizeiinspektion Furth im Wald verbracht. Durch die Bezahlung einer nicht unerheblichen Summe konnte er alle Haftbefehle abwenden und wurde aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen.

 

Ein syrischer Asylsuchender wurden wegen eines Vergehens des Führens einer verbotenen Waffe nach Waffengesetz von der KEV angezeigt, weil er in seinem Gepäck ein Springmesser mit seitlich austretender Klinge (Klingenlänge 9,5 cm) hatte.

 

Bei Rückfahrt zur Dienststelle hielten die Zollbeamten noch einen bulgarischen Staatsangehörigen zum Zwecke einer Kontrolle an, welcher bereits seit Jahren in Deutschland wohnt und arbeitet und sein Fahrzeug immer noch mit bulgarischen Kennzeichen nutzt. Wegen zweckwidriger Verwendung des ausländischen Fahrzeuges wurde eine Mitteilung an das Hauptzollamt gesandt. Zudem erstatteten die Beamten Anzeige wegen des Verdachts der Kfz-Steuerhinterziehung.

 

Zudem geriet noch ein österreichisches Fahrzeug in die Kontrolle, welches mit zwei jungen Männern und einer Frau besetzt war. Sie hatten übers Wochenende ein Festival bei Prag besucht. Alle drei konsumierten dort Drogen und standen noch erkennbar unter deren Einfluss. Ein beim Fahrer durchgeführter Drogentest verlief auf die Einnahme von Cannabis und Amphetamin positiv. Daraufhin wurde eine Blutentnahme beim Fahrer durch die Polizei angeordnet und im Krankenhaus durchgeführt. Die Beifahrerin hatte zudem noch zwei Gramm Marihuana im Gepäck. Der Fahrer wurde wegen Fahren unter Drogeneinfluss und Verstoß gegen das Betäubungsmittelrecht und die Beifahrerin wegen Schmuggel von Drogen zur Anzeige gebracht.

 

Keiner der Insassen war fahrtüchtig, deshalb mussten sie 24 Stunden auf dem Einreiseparkplatz am Schafberg verbringen.

 

Nach Ansicht des Further Polizeichefs und Einsatzleiters, Polizeirat Thomas Hecht, habe die gemeinsame Kontrollaktion gezeigt, dass die Kooperation zwischen den vier Sicherheitsbehörden hervorragend funktioniere.

 

Die gemeinsame Anwendung der rechtlichen und fachlichen Kompetenzen führe zu einem Sicherheitsgewinn für alle. Wohl bedingt durch die in der jüngsten Vergangenheit schrecklichen Ereignisse in Bayern, wurden die starken Einsatzkräfte in Zügen sowohl von den deutschen, als auch ausländischen Reisenden, sehr gerne gesehen. Somit hatte dieser Einsatz nicht nur repressiv eine Wirkung auf die festgenommenen Täter, sondern auch das Sicherheitsgefühl der reisenden Bevölkerung gestärkt.

 

 

Rauschgifthund der KEV im Einsatz
Rauschgifthund der KEV im Einsatz

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