Auftakt zur Landschaftspflegesaison 2016 - Staatssekretär Albert Füracker informiert sich vor Ort

Foto: Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf.e.V
Foto: Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf.e.V

Wissing-Seubersdorf (20. Juni 2016). Jetzt im Frühsommer beginnt für den Landschaftspflegeverband die „heiße Phase“ - denn jetzt gilt es, all die über den Winter geplanten Landschaftspflegemaß­nahmen vor Ort umzusetzen. Dabei setzt der Verband seit Beginn an auf die Landwirte als Umsetzungspartner. Staatssekretär Albert Füracker und Landrat Willibald Gailler informieren sich vor Ort im Wissinger Bachtal und geben das Signal zum Auftakt der Landschaftspflegesaison 2016.


Ein langgestreckter steiler Mager­rasenhang, flankiert von einem prächtigen Kalkfelsen, direkt am Felsfuß ein kleiner Bach, herrliche Blicke zurück zur Ortschaft Wissing, hinunter zum Talraum und hinüber zum gegenüberliegenden Talhang – das ist die Kulisse für den Ortstermin des Landschaftspflege­verbands zum Auftakt der Landschaftspflegesaison.

 

 

Dieser Landschaftsausschnitt ist ganz charakteristisch für ein sehr wich­tiges Betätigungsfeld des Land­schaftspflegeverbands: den Erhalt und die Erweiterung der Kalkmagerrasen im Landkreis Neumarkt. Und er steht beispielhaft für das Bild unserer Oberpfälzer Kulturlandschaft. Staatssekretär Albert Füracker und Landrat und Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands Willibald Gailler informieren sich hier vor Ort über die Landschaftspflege und geben damit gleichzeitig das Signal zum Auftakt der Landschaftspflegesaison 2016.

 

 

Mit über 100 Pflegebereichen, gebündelt in 45 Landschaftspflegeanträgen, hat sich der Landschaftspflegeverband für dieses Jahr erneut viel vorgenommen. Nach der Planung, fachlichen Abstimmung, Kostenermittlung und Förderantragstellung geht es nun in die konkrete Umsetzung. Und dabei sind die Landwirte die wichtigsten Partner für den Landschaftspflegeverband. Von Anfang an setzte der Landschaftspflegeverband auf diese Partnerschaft - sie hat sich bis heute bestens bewährt. Seit nun 20 Jahren setzen Landwirte unter fachlicher Anleitung des Landschaftspflegeverbands Jahr für Jahr die Landschaftspflege im Landkreis Neumarkt um. Dabei geht es immer um Arbeiten im Extremen. Die Pflegeflächen sind, wie beispielsweise hier in Wissing, extrem steil und felsig.

 

 

Oder sie sind extrem nass, wie im Deusmaurer oder Waltersberger Moor. Immer ist sie mit schwerer körperlicher Arbeit, aber auch mit technischen Geschick und Know-how verbunden. Hier am Magerrasen bei Wissing wurden in den vergangenen Jahren am steilen Hang in Handarbeit sukzessive verbuschte Flächen wieder freigestellt und verschattende Gehölze am Hangfuß entfernt. Durch Nachpflegemaßnahmen in den Folgejahren und durch die Beweidung hat sich hier mittlerweile wieder ein offener, artenreicher und durchgängig beweidbarer Magerrasen eingestellt. Das Beispiel zeigt, dass Landschaftspflege immer langfristig angelegt ist. So wie hier im Wissinger Bachtal begleitet der Landschaftspflegeverband auch alle anderen Pflegeflächen kontinuierlich.

 

 

Diese Kontinuität ist auch bei der Partnerschaft mit den Landwirten unerlässlich. Für den Landschaftspflegeverband sind die Landwirte mit den Maschinenringen seit über 2o Jahren zuverlässige Partner bei der Umsetzung. Ebenso ist der Landschaftspflegeverband verlässlicher Partner für den Landwirt, der durch die Landschaftspflege ein Zusatzeinkommen erzielen kann. Der Landschaftspflegeverband hat bis heute an die Landwirte für die Umsetzung der Landschaftspflegearbeiten über 3,4 Mio. € ausbezahlt.

 

 

Foto: Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf.e.V.
Foto: Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf.e.V.
Foto: Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf.e.V.
Foto: Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf.e.V.

Und das soll auch weiterhin so sein. Daher ist es für den Landschaftspflegeverband und die Landwirte enorm wichtig, dass Jahr für Jahr die entsprechenden Fördermittel, die aus dem Bayerischen Haushalt/ Ressort Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz kommen, verlässlich und in ausreichender Höhe zur Verfügung stehen.

 

Die Landwirte aus Wissing stehen beispielhaft für die starke und kontinuierliche Partnerschaft mit dem Landschaftspflegeverband. Seit 16 Jahren ist Herr Georg Frauenknecht mit seiner Truppe Ansprechpartner für den Landschaftspflegeverband, wenn es alljährlich heißt, die jeweils anstehenden Pflegearbeiten auf den artenreichen Magerrasen rund um Wissing in die Tat umzusetzen. Die Landwirte kennen „ihre“ Pflegeflächen mittlerweile so gut, dass sie auch selbst wissen, worauf es bei der Landschaftspflege ankommt und auch eigene Vorschläge miteinbringen. Hauptprofiteur aller Maßnahmen ist ganz am Ende die Natur und der Mensch, der sich in einer vielfältigen, artenreichen Landschaft einfach wohlfühlt.

Landschaftspflege im Landkreis Neumarkt:

  • Träger aller Maßnahmen ist der Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf. e.V. (der Landkreis, alle Gemeinden sowie verschiedene Verbände und Privatpersonen sind Mitglieder).
  • Der Landschaftspflegeverband stellt ein jährliches, fachlich abgestimmtes  Maßnahmen­programm zusammen und stellt dafür die Förderanträge.
  • Die fachliche Begleitung und die Förderabwicklung erfolgt über die Höhere und Untere Naturschutzbehörde.
  • Die Landschaftspflegemaßnahmen werden mit 70 – bis 90 % gefördert mit Mitteln des Freistaats Bayern (Ressort Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz); den Eigenanteil erbringt der Landschaftspflegeverband.
  • Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt über Landwirte zusammen mit dem Maschinenring Neumarkt plus und dem Maschinenring Jura-Hemau; die Honorierung der Landwirte erfolgt über die Stundensätze in der Landschaftspflege.

 

Teilnehmer:

  • Herr Albert Füracker, Staatssekretär, Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat
  • Herr Willibald Gailler, Landrat und Vorstandsvorsitzender des Landschafts­pflegeverbands Neumarkt i.d.OPf. e.V. mit Herrn Werner Thumann (Geschäftsführer) und Frau Agnes Hofmann (Mitarbeiterin)
  • Herr Eduard Meier, 1. Bürgermeister, Gemeinde Seubersdorf
  • Herr Harald Gebhardt, Behördenleiter Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • Herr Norbert Dirscherl, Sachgebietsleiter Höhere Naturschutzbehörde, Regierung der Oberpfalz und Frau Annett Gallwas
  • Frau Silvia Schober,  Sachgebiet Naturschutz und Wasserrecht, Landratsamt Neumarkt i.d.OPf.
  • Herr Thomas Bayerl, Kreisgeschäftsführer BBV Neumarkt
  • Herr Martin Schmid, Kreisobmann
  • Herr Max Stadler, Geschäftsführer Maschinenring Neumarkt plus
  • Herr Georg Frauenknecht, Herr Werner Löhlein, Herr Albert Hengl, Landwirte aus Wissing

 

Foto: Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf.e.V.
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