Kinder der Berger Ferienbetreuung besuchen landwirtschaftlichen Betrieb Schottner

15 Ferienkinder besuchten in den Pfingstferien den landwirtschaftlichen Betrieb von Josef
Schottner in Berg. Nach einem Rundgang über den Hof durften die Erst- bis Sechstklässler die
Kühe füttern, Kälbchen streicheln und erfuhren viel über die anfallenden Arbeiten.

Seit ca. 1880 gibt es den Berger Familienbetrieb mit mittlerweile 70 Milchkühen und weiteren 70 Jungvieh. Neugierig ließen sich die Kids von Johannes Schottner den Betrieb erklären. Seine Tiere werden mittels Computerchips sogenannte Transponder, die die Kühe tragen, überwacht.
Die Transponder geben den Bauern viele wichtige Informationen über die Gesundheit, Fütterung
und Milchmenge ihrer Tiere.
Der Jungbauer arbeitet gerne in der Landwirtschaft aber Sorge macht ihm der immer weiter
fallende Milchpreis, der nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 17.05.16
innerhalb weniger Wochen um 30 Prozent abgestürzt ist. Schuld gibt der Jungbauer unter
anderem der jahrelangen Stallbauförderung und die damit politisch gewollte Mehrproduktion, die
jetzt wieder reduziert werden muss. Gerade mal 24,20 Cent Grundpreis bekommt er pro Liter
Milch. "Von dem gegen Ende des Jahres 2013 erzielten 41 bis 45 Cent pro Liter kann man heute
nur noch träumen."
"In norddeutschen Regionen bekommen Bauern nur noch 18 oder 19 Cent für den Liter Milch von
den Molkereien. Um kostendeckend wirtschaften zu können, bräuchten sie aber einen
Erzeugerpreis von etwa 40 Cent pro Liter.", erklärt uns der Junior. „Und im Discounter wird der
Liter Vollmilch für 46 Cent angeboten", gibt der Junior kopfschüttelnd zu bedenken. Viele
Milchbauern hat es hart getroffen. Sie sind zum Teil in ihrer Existenz bedroht. Hannes Schottner
informiert uns auch, dass ein Hilfspaket für alle landwirtschaftlichen Betriebe in Europa - vom
Schweinemäster bis Milchviehbetrieb - von 100 Millionen Euro auf den Weg gebracht werden soll.
„Das allerdings, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so der Landwirt.
Hintergrund für den Preissturz ist ein massives Überangebot am Weltmarkt. Als Hauptgründe für
das Preistief gelten die schwache Nachfrage aus China, das russische Lebensmittelembargo, die
steigende Produktion in der EU durch den Wegfall der Milchquote oder die steigende Produktion
in Ländern wie Neuseeland und Amerika.
„Den Milchbauern geht es richtig schlecht", fasst Hannes die aktuelle Situation zusammen.
Auch der Verkauf von selbsterzeugtem Getreide bringt kaum Gewinn. „Lieber verfüttern wir den
Weizen an die Kühe, brauchen dann weniger Kraftfutter zu kaufen und müssen nichts drauf
zahlen“, erklärt uns der Viehwirt.
„Doch wir lassen uns nicht unterkriegen! Denn wir Landwirte sind es, die die Weltbevölkerung
ernähren, und nicht die Politik und schon gar nicht die Discounter, die uns Landwirte und
Molkereien momentan das Leben schwer machen“, lacht der Jungbauer und krault eine seiner
Milchkühe, die das sichtlich genießt.
Für die Kinder war es ein schöner erlebnisreicher Vormittag im landwirtschaftlichen Betrieb von
Josef Schottner mit vielen Informationen, die uns teilweise recht nachdenklich zurücklassen.
Renate Legler, Leiterin Ferienbetreuung

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