Biolandbau – notwendige Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit
Aktuelle Informationen, neue Erkenntnisse aus praxisnahen Forschungsvorhaben und vor allem der Erfahrungsaustausch mit Berufskollegen ziehen interessierte Bauern aus ganz Bayern und darüber hinaus alljährlich zur Bioland-Woche nach Plankstetten. Ab Dienstag treffen sich über 500 Tagungsteilnehmer im Kloster Plankstetten, um sich in verschiedenen Veranstaltungen rund um das Thema Biolandwirtschaft weiterzubilden.
Die Fachtage richten sich an Bio-Betriebe aller Produktionsrichtungen sowie an alle umstellungsinteressierten Betriebe. Die Bioland-Woche hat sich innerhalb weniger Jahre zur größten Weiterbildungsveranstaltung im deutschen Biolandbau entwickelt. Das „Grüne Kloster“ mit seiner Biolandwirtschaft und seinen weiterverarbeitenden Betrieben wie Bäckerei, Metzgerei, Brennerei und Tagungshaus arbeitet seit über 15 Jahren an einer schöpfungsbewahrenden, biologischen Lebensmittelerzeugung und eignet sich hervorragend als geistiger Lernort zur Weiterentwicklung des Biolandbaus.
Zum Auftakt erläutern Bioland-Präsident Thomas Dosch und Bioland Landesvorsitzender Josef Wetzstein die Koalitionsvereinbarungen der schwarz-gelben Bundesregierung zur Agrarpolitik und zum Biolandbau. Auch die bevorstehenden Weichenstellungen in der EU-Agrarpolitik für die Zeit nach 2013 werden analysiert und entsprechende Forderungen aus Sicht des Biolandbaus aufgestellt. „Insbesondere die Leistungen des Biolandbaus im Bereich des Klimaschutzes und der artgerechten Tierhaltung müssen von der Gesellschaft nachhaltig honoriert werden“, so Präsident Thomas Dosch.
Am Verbandsabend werden heuer erstmalig fünf Bioland-Bäuerinnen für ihre besonderen Leistungen im Biolandbau mit der Ehrennadel „Goldener Regenwurm“ ausgezeichnet. Neu ist auch, dass die Anstecknadeln von der Bioland-Bäuerin Marion Baur aus Langeringen, einer gelernten Silberschmiedin, gestaltet wurden.
Den Festvortrag mit dem Thema „Ökologische Landwirtschaft – als Motor für eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung“ hält die österreichische Biobäuerin Birgit Birnstingl, Gründerin der ARGE Kreislaufwirtschaften, Projektleiterin von Syn-Energy zum Klima- und Wasserschutz durch synergetische Biomassenutzung, Geschäftsführerin von Sekem Energy und international tätige Netzwerkerin für nachhaltige und regionale Landentwicklung. In den Mittelpunkt Ihres Vortrags wird sie die globalen Zusammenhänge von Wasserkreislauf, Kohlenstoff-Kreislauf, Humus und Klimaveränderung sowie Fragen der Welternährung stellen. Mit ihrem Engagement für Umwelt und Gesellschaft in der Oststeiermark steht Frau Birnstingl, ebenso wie die 5 Biolandbäuerinnen, die an diesem Abend mit dem Goldenen Regenwurm geehrt werden, für eine Generation von Bäuerinnen, die hervorragende Netzwerkerinnen sind und Veränderungen nachhaltig gestalten.
Neu im Programm ist die Bekanntgabe der „Kartoffel des Jahres“. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben. Im vergangenen Jahr wurde die Kartoffelsorte Adretta, im Jahr 2008 der Klassiker, das Bamberger Hörnchen, im Jahr 2007 die beliebte Linda und im Jahr 2006 die blaufleischige Sorte „Blauer Schwede“ (Blue Congo) gekürt. Die neunköpfige Jury um Biolandbauer Karsten Ellenberg, welcher sich erfolgreich für den Erhalt der Sorte „Linda“ eingesetzt hat, hat die Bioland-Woche als würdigen Rahmen für die Preisverleihung ausgewählt. Karsten Ellenberg und Josef Wetzstein werden beim traditionellen Bioland- Winterfest am Abend des 10. Februar die Kartoffel des Jahres feierlich verkünden.
Eine weitere Besonderheit der diesjährigen Bioland-Woche ist die Photoausstellung „Frohe Botschaft fürs Herz“ von Gerlinde und Alois Hofer aus dem Allgäu. Die Aufnahmen entstanden alle auf dem Biolandhof Hofer und zeigen, was einzelnen Menschen an der Landwirtschaft und am Landwirt wichtig ist. Die Ausstellung beginnt am Sonntag mit einer Vernissage. Der Kommunikationsdesigner Hendrik Haase hält eine Lesung unter dem Motto „Ein Allgäuer Käse auf der Biennale in Venedig“. Die Ausstellung kann bis Sonntag, den 7. März 2010 im Kloster Plankstetten besichtigt werden.