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Donnerstag, 24. März 2016 17:20 Neumarkt

Stromtrassenstreit - erfolgreiche Bürgerinitiativen haben viel erreicht

Der Berger Bürgermeister zeigt sich sehr zufrieden mit den Bürgerinitiativen zum Thema "Monstertrasse".

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Der D-Korridor -  also die sog. Höchstspannungsleitung Süd-Ost - habe mit den Anfangs- und Endpunkten, also Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt  und Isar-Landshut, bei direkter Verbindung der Orte einen neuen Verlauf in Ostbayern und somit voraussichtlich weitab der Landkreise Neumarkt bzw. Nürnberger Land erhalten. Die Bundesnetzagentur erarbeitet derzeit sogenannte Methodenpapiere mit Hinweisen auf den neuen Trassenverlauf. Das werde voraussichtlich im Mai vorliegen und erst dann werde man sehen, ob die Region Neumarkt von der HGÜ Süd-Ost noch betroffen sein werde. Derzeit liege auch der Landkreis Neumarkt noch in der sogennanten Such-Ellipse für die Trasse. 

Es werde – so Himmler – nach wie vor mit gezinkten Karten gespielt und den Menschen würden die üblichen Märchen erzählt. Der Bedarf der neuen „Monsterleitungen“ sei  vor zwei Jahren mit dem Abschalten der Atomkraftwerke in Süddeutschland begründet worden. Man müsse den Windstrom von Norddeutschland in den wirtschaftsstarken Süden und damit nach Bayern und Baden Württemberg transportieren und die Zeit dränge vehement. Der Bau der HGÜ´s müsse also sehr rasch umgesetzt werden – so der damalige „Politsprech“. Der Netzbetreiber Tennet rechnet jetzt aber nach eigenen Angaben frühestens 2023 mit einer Baugenehmigung für die umstrittene Gleichstrompassage Süd-Ost. Sie soll durch die Oberpfalz zum Atomkraftwerk Isar bei Landshut führen. Somit wäre die Trasse erst nach der Energiewende fertig.

Prof. Christian von Hirschhausen hat in den letzten Jahren immer wieder vorgerechnet, dass die Trassen überhaupt nicht erforderlich seien und lediglich dem großen europäischen Stromhandel sowie der Braunkohleverstromung dienen.

Laut dem Geschäftsführer von Tennet, Lex Hartman, dürften nach der Genehmigung bis zum Bauende noch einmal mindestens vier weitere Jahre vergehen, wobei dies eine "sehr optimistische Prognose" sei. Das Wirtschaftsministerium in München rechnet zwar auch damit, dass die sogenannte Süd-Ost-Passage noch nicht vollendet ist, wenn 2022 die letzten Kernkraftwerke abgeschaltet werden, aber die dann auftretende Versorgungslücke in Bayern sei technisch eine Weile beherrschbar.


Die Verlegung des D-Korridors, die weitgehend erforderliche Verkabelung der Stromleitungen und auch die jetzt in Bayern anstehenden Abstandsregelungen zur Wohnbebauung seien allein von den Bürgerinitiativen errungen worden. Die Politik sei letztlich eingeknickt und verkaufe in Bayern die Abstandsregelungen als eigenes Anliegen. Im Gegensatz zu Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen habe Bayern diesen möglichen Weg bis vor einigen Monaten nicht befürwortet. Nur durch den massiven und anhaltenden Druck der Bürgerinitiativen  werde eine Abstandsregelung der Leitungen von 400 Metern zur Wohnbebauung kommen – auch für aufzurüstende Bestandsleitungen könne es nur diesen Weg geben.


Aus der Pressemitteilung des Berger Bürgermeisters Helmut Himmler

Bild zur Nachricht:Stromtrassenstreit - erfolgreiche Bürgerinitiativen haben viel erreicht
Der Netzausbau in Bayern von Tennet in 2015. Foto: Pressemitteilung des Berger Bürgermeisters

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