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Montag, 24. November 2014 17:10 Neumarkt

Stromtrasse: Süd-Ost-Passage überflüssig und verhindert Klimaschutzziele

Nach einem längeren Gespräch am letzten Donnerstag hat Prof. Christian von Hirschhausen, Ökonom und Leiter am Fachgebiet Wirtschaftss- und Industriepolitik der Technischen Universität Berlin, jetzt dem Berger Bürgermeister Helmut Himmler seine Einschätzung zum am 4. November vorgelegten Netzentwicklungsplan 2014 übermittelt.

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Nach Einschätzung der Wissenschaftlers fördere der Netzentwicklungsplan  die Braunkohleverstromung und verhindert in der Konsequenz die Einhaltung von Klimaschutzzielen. Der für die Netzentwicklung maßgebliche „Szenariorahmen“ setze zunehmend auf Braunkohle, dem CO2-intensivsten aller Energieträger. Er verhindere somit die Erreichung der Klimaschutzziele: -40% bis 2020  sowie -80-95% bis 2050, was mit dem gegenwärtig geplanten Braunkohleanteil kaum erreichbar ist. Die Bundesnetzagentur sollte keinen Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber bestätigen, welcher die Ziele ihres vorgesetzten Ministeriums, dem Bundeswirtschaftsministerium, bzw. der Bundesregierung explizit vernachlässigt.

Die Süd-Ost HGÜ Passage („Korridor D“) sei zum Export von möglichst viel Braunkohlestrom ausgelegt und für die Energiewende nicht nur überflüssig, sondern schädlich. Sämtliche vorliegenden Modellrechnungen kämen übereinstimmend zu dem Schluss, dass die Süd-Ost-HGÜ-Passage für die Einspeisung von möglichst viel Braunkohlestrom bei Hochwind ausgelegt sei. Sie diene somit nicht der Versorgungssicherheit in Süddeutschland, sondern der Maximierung der Exporte von Braunkohlestrom aus Mitteldeutschland und der Lausitz. Die Verlegung von Start- und Endpunkt (Bad Lauchstädt nach Wolmirstedt bzw. Meitingen nach Gundremmingen) ändert hieran nichts, weil dieselbe Stromerzeugung für die Netzberechnungen verwendet worden sei.

Der Szenariorahmen 2015 sehe darüber hinaus 2-4 GW zusätzlicher Braunkohlekapazitäten im Netz sowie den Aufschluss neuer Braunkohletagebaureviere vor. Dies würde auch die Abbaggerung von vielen Dörfern und den Heimatverlust von mehreren Tausenden Menschen bedeuten.

Christian von Hirschhausen hat dem Berger Bürgermeister zugesagt, dass er gern im Januar/Februar 2015 zu einer Veranstaltung in die Gemeinde Berg kommt, um seine Thesen zur Energiewende und zur angeblichen Erforderlichkeit der umstrittenen und konfliktträchtigen Süd-Ost Passage zu erläutern. Geplant ist eine Informationsveranstaltung der "BI Schwarzachtal" in der SCO-Sporthalle in Unterölsbach.

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